Grußwort von Dr. Alois Mock zum Europakongress
25.02.2005
"Gemeinsame Erfahrungen - Gemeinsame Perspektiven"
10 Jahre Österreich in der Europäischen Union
Europakongress, Wien, 25. - 26. Februar 2005
Grußwort von
Dr. Alois Mock
Außenminister von 1987-1995
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Ich begrüße Sie sehr herzlich beim Europakongress in Wien.
Es war 1955 nach dem Abschluss des Staatsvertrages, der Österreich wieder als unabhängiges, selbständiges Land zeigte. Sofort nach diesem Datum begannen die Bemühungen, auch an den Einigungsbemühungen Europas teilzunehmen.
6 Jahre zogen sich die Verhandlungen hin, bis zu jenem Juni-Tag des Jahres 1994, an dem die Österreicherinnen und Österreicher in einem Referendum mit 67 % diesen Wunsch auf Beitritt, auf volle Mitgliedschaft Österreichs unterstützten. Dies war einer der Hauptmotoren für einen positiven Abschluss der Verhandlungen. Denn beide Seiten am Verhandlungstisch sahen, welcher Druck von der österreichischen Bevölkerung kam, diesen Wunsch zu erfüllen.
Inzwischen hat sich die Union spektakulär entwickelt. Natürlich gab es auch Rückschläge. Immer wo Menschen etwas konstruieren, kann ein Fehler gemacht werden, kann es Rückschläge geben. Nun, es waren Rückschläge, die letztlich zu einem Erfolg führten.
Heute ist die Union bereits eine Währungsunion, eine einheitliche Währung für alle 25 Länder, auch wenn sie in verschiedenem Ausmaß an dieser Konstruktion teilnehmen.
Die Erweiterung um 10 Mitglieder hat auch neue Möglichkeiten eröffnet. Es gab vor kurzem die Diskussion eines europäischen Verfassungsentwurfes. Es war damit klar, dass Grundwerte, wie Flexibilität, Toleranz, die Bereitschaft, den anderen zuzuhören, bereit zu sein, Kompromisse abzuschließen, dass diese Werte noch stärker verankert werden, also auch die Verankerung der einzelnen Länder im gemeinsamen Gedankengut.
Diesen Weg mit Ausdauer weiterzugehen, ist ganz entscheidend. Ausdauer ist ein wesentlicher Bestandteil des Verhandlungserfolges. Wir haben sie seinerzeit gehabt und müssen sie auch in Zukunft haben. Ausdauer für ein neues Europa, für eine friedliche Welt, in der auch Österreich seine Verantwortung wahrnehmen kann.
