APA: Spindelegger bereist Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate
Vizekanzler will auch Differenzen im Bereich Menschenrechte ansprechen - Wirtschaft steht in Abu Dhabi im Vordergrund
Riad/Wien (APA) - Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (V) reist am Montag nach Saudi-Arabien. Mit dem Land am Persischen Golf verbindet Österreich vor allem das Ende November in Wien eröffnete interreligiöse Zentrum, das von Saudi-Arabien finanziert wird.
Spindelegger soll am Dienstag mit Kronprinz Salman bin Abdulaziz al-Saud und seinem Amtskollegen Prinz Saud al-Faisal zusammenkommen, der persönlich bei der Eröffnung des König-Abdullah-Zentrums für Interreligiösen Dialog (KAICIID) war. Bei dem Gespräch wolle er aber auch die "Differenzen im Bereich der Menschenrechte" ansprechen, so der Vizekanzler.
Am Mittwoch reist Spindelegger in die Vereinigten Arabischen Emirate weiter. In Abu Dhabi ist unter anderem ein Treffen mit Außenminister Scheich Abdullah bin Sayed al-Nahyan geplant. Neben ausführlichen Besprechungen zur Sicherheitslage in Nahost, stehen ebenfalls wirtschaftliche Fragen auf dem Programm. "Derzeit gibt es rund 215 Niederlassungen österreichischer Firmen beziehungsweise 316 lokale Vertretungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten", betonte Spindelegger. 1.700 Österreicher verdienen derzeit ihren Lebensunterhalt in den Emiraten.
Ein Besuch in Katar, wo unter anderem ein Termin beim TV-Sender Al Jazeera geplant war, wurde aufgrund Terminkollisionen abgesagt.
„Die Golfstaaten sind den unmittelbaren Auswirkungen der internationalen Krisengebiete Syrien und Iran sowie des israelisch-palästinensischen Konflikts ausgesetzt. Daneben ist die Region ein zentraler Partner des Westens in Fragen wie der Bekämpfung des Terrorismus und der Sicherheit der Energieversorgung", erklärte Spindelegger vor der Reise.
Zwischen Österreich und Saudi-Arabien gibt es einen regen Besuchs-Austausch. Der verstorbene Bundespräsident Thomas Klestil hatte 2001 Saudi-Arabien besucht, Bundespräsident Heinz Fischer reiste 2006 an den Persischen Golf. Kronprinz Abdullah, der nunmehrige König, war 2004 in Österreich.
In Saudi-Arabien ist Christen jedwede religiöse Betätigung strengstens untersagt. Kreuze und andere christliche Symbole dürfen nicht zur Schau gestellt, religiöse Bücher nicht eingeführt werden. Nach der wahhabitischen Staatsdoktrin des Königshauses ist auf der arabischen Halbinsel, dem Heimatland des Propheten, wegen der dortigen islamischen Heiligtümer jede andere Religion verboten.
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APA0530 2013-02-08/16:51
