APA: Waldner fordert sofortige Freilassung russischer Band "Pussy Riot"
Künstlerinnen würden bestraft, weil sie es gewagt hätten, Kritik am politischen System Russlands zu üben
Wien/Moskau (APA) - Staatssekretär Wolfgang Waldner (V) hat die sofortige Freilassung der russischen Frauenband "Pussy Riot" gefordert. "Ich erwarte, dass die drei Angeklagten unverzüglich freigelassen werden", sagte er am Dienstag gegenüber der "Presse".
Waldner hält das Vorgehen der russischen Behörden gegenüber "Pussy Riot", die im Februar in einem Punk-Gebet in der Moskauer Erlöser-Kathedrale für den Abtritt von Wladimir Putin gebetet hatten, für "völlig überzogen". "Auch wenn ihre Performance provoziert und schockiert". Waldner vermutet hinter dem Prozess politische Beweggründe, die Künstlerinnen würden bestraft, weil sie es gewagt hätten, Kritik am politischen System Russlands zu üben, berichtete das Blatt weiter.
Die bis 2013 verlängerte Untersuchungshaft und Androhung einer mehrjährigen Haftstrafe stehe "in keinem Verhältnis zu den gegen die Band erhobenen Vorwürfen". Vertreter der österreichischen Botschaft in Moskau würden dem Prozess seit dessen Beginn beiwohnen. "Sie werden das Verfahren auch weiter aufmerksam verfolgen", erklärte Waldner.
Seit Putins Rückkehr in den Kreml im Mai geht die Justiz verstärkt gegen Gegner des Präsidenten vor. So müssen sich die drei Frauen der Skandalband "Pussy Riot" derzeit in einem umstrittenen Strafprozess in Moskau wegen ihres Punk-Gebets gegen den damaligen Regierungschef und nunmehrigen Präsidenten Putin in der Moskauer Erlöserkathedrale am 21. Februar verantworten. Den jungen Künstlerinnen drohen sieben Jahre Haft.
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APA0524 2012-08-01/15:51
