APA: Spindelegger: Neue Regierung in Rom muss Südtirol-Autonomie einhalten
Durnwalder zu Doppelstaatsbürgerschaft: Nichts Unmögliches fordern
Wien (APA) - Bei einem Besuch beim österreichischen Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (S) hat sich der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder am Mittwoch Rückendeckung in der Auseinandersetzung mit Rom geholt. "Auch die neue italienische Regierung hat sich an die Autonomie zu halten", erklärte Spindelegger nach dem Treffen in Wien vor Journalisten. "Wenn notwendig, werde ich auch meine Stimme in Rom erheben", so Spindelegger. Themen des Gesprächs waren außerdem der Brenner-Basistunnel sowie die diskutierte Doppelstaatsbürgerschaft.
Zur Doppelstaatsbürgerschaft räumte Durnwalder ein, dass man "Realist bleiben muss". "Ich wäre der erste, der eine österreichische Staatsbürgerschaft beantragen würde, wenn dies möglich wäre", erklärte er. Aber der Landeshauptmann fügte hinzu: "Österreich hat uns immer und viel geholfen, aber man darf nicht Unmögliches verlangen." Spindelegger sicherte Durnwalder zu, die Möglichkeiten weiter prüfen zu wollen.
In Bezug auf die Einsparungsmaßnahmen der neuen italienischen Regierung von Mario Monti, meinte Durnwalder, er habe den Außenminister darüber informiert, ob die Änderungen in Italien die Autonomie gefährden. "Wir wollen und müssen uns an der Entschuldung Italiens beteiligen, dass dadurch unsere Zuständigkeiten tangiert werden", so Durnwalder. Es brauche Einvernehmen bei den Einsparungen, erklärte er. "Ich habe keine Intervention verlangt, denn wir müssen das mit Italien regeln", betonte Durnwalder. Er habe jedoch Spindelegger gebeten, beim Treffen mit Monti vorzubringen, dass die Autonomie eingehalten werden müsse.
Zum Brenner-Basistunnel versicherte Spindelegger, dass Österreich das Projekt nicht infrage stelle. "Die Zukunft des Projekts ist nicht gefährdet", erklärte er. Es gehe lediglich um die Frage, ob es einen Spielraum für Einsparungen bei der technischen Realisierung gebe, erklärte er. Über diese Zusicherung zeigte sich Durnwalder "glücklich", da das Projekt für Südtirol "sehr, sehr wichtig" sei, wie er erklärte. (Schluss) jeg/ar/ade
APA0145 2012-01-18/10:35
