APA: Außenminister des Sudan zu Besuch bei Spindelegger
Sudan und Südsudan sollen zurück an den Verhandlungstisch - Karti beteuert, dass sich Situation in Darfur beruhigt
Wien (APA) - Der sudanesische Außenminister Ali Ahmed Karti ist am Freitag in Wien mit seinem österreichischen Amtskollegen Michael Spindelegger (V) zu einem Gespräch zusammengetroffen, in dem es unter anderem um den Konflikt der Regierung in Khartum mit dem Südsudan ging. Karti und Spindelegger waren sich einig, dass die beiden Nachbarstaaten "wieder an den Verhandlungstisch" kommen sollten.
"Das ist notwendig", sagte Spindelegger am Freitag vor Journalisten, "denn es gibt sehr viele Interdependenzen". Karti befürwortete die Interdependenzen-Strategie, die auf eine Initiative Österreichs zurückgeht und bei der gemeinsame wirtschaftliche Interessen der afrikanischen Staaten im Vordergrund stehen.
Jetzt sei "der richtige Zeitpunkt" für Verhandlungen gekommen, sagte der Außenminister des Sudan. Bevor man jedoch über gemeinsame wirtschaftliche Interessen verhandeln könne, müsse man noch zu Lösungen der Friedens- und Sicherheitsfrage (bei den Grenzstreitigkeiten, Anm.) kommen. Sobald dies geschehe, könne man über gemeinsame Interessen an Ressourcen wie Öl verhandeln.
Auf EU-Ebene will sich Spindelegger persönlich für das Thema Sudan einsetzen und den bevorstehenden Gipfel am 28. Juni dazu nutzen. "Im Sudan leben viele Menschen, das Land hat viele Ressourcen. Ein Mehr an Involvieren kann nur ein Vorteil sein", sagte Spindelegger. Karti hieß diese Haltung gut und sprach sich für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Sudan, Österreich und der EU aus.
Zu Darfur sagte Karti, dass die Region derzeit "stabil" sei, dass "nicht gekämpft" werde und "keine Spannungen" mehr existierten. Laut Karti denke die UN darüber nach, ihre Truppen zu verringern. Die Situation vor Ort sei demnach "sicher" und "beruhigt sich", so der sudanesische Außenminister.
Neben den wirtschaftlichen Interessen des Zusammentreffens, liege Österreich auch viel an der humanitären Situation, hieß im Außenministerium. Dort hätten Nichtregierungsorganisationen nach wie vor keinen Zutritt, die humanitäre Situation sei katastrophal. (Schluss) elf/ak/sm
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