Staatssekretär Waldner: „Gemeinsam gegen Hunger und Armut“
Versechsfachung der Soforthilfe für Ostafrika als starkes Signal im Kampf gegen Hunger
Wien, 17. Oktober 2011 – Die weltweite Ernährungssituation habe sich in den vergangenen beiden Jahren weiter verschlechtert, wie der aktuelle Bericht „The State of Food Insecurity in the World 2011“ feststellt. „Diesem Trend muss stärker als bisher entgegengewirkt werden. Dazu müssen Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen beitragen“, so der Staatssekretär im Außenministerium Wolfgang Waldner.
Die Hungersnot in Ostafrika habe einmal mehr vor Augen geführt, dass Strukturreformen dringend notwendig seien. „Gebot der Stunde ist aber jetzt, mit vereinten Kräften der notleidenden Bevölkerung am Horn von Afrika beizustehen und umgehend Hilfe zukommen zu lassen. Mehr als 13 Millionen Menschen sind von der Dürre betroffen und leben unter prekären Bedingungen. Österreich wird daher seine bisherige Hilfe versechsfachen und stellt weitere 7 Millionen Euro an Soforthilfe zur Verfügung“, weist Waldner auf einen diesbezüglichen Ministerratsbeschluss diesen Mittwoch hin. Die Mittel kommen über Projekte internationaler und österreichischer humanitärer Organisationen direkt zu den Menschen.
Langfristig bleibt die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, in dieser Region bei ihrem Engagement in den Bereichen nachhaltiger Wasser- und Sanitärversorgung, Gesundheit und Ernährungssicherung.
2010 waren rund 925 Millionen Menschen von Hunger betroffen – das entspricht einer knapp 10-prozentigen Steigerung gegenüber 2008 – stellt der aktuelle Bericht der Welternährungsorganisation FAO, des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung und des Welternährungsprogramms über die weltweite Ernährungsunsicherheit fest. Die gesteigerte Nachfrage vor allem in Asien – China und Indien - der Boom bei Agrartreibstoffen und der Ausverkauf von produktivem Land an ausländische Investoren haben neben klimabedingten Ernteausfällen zu einem weiteren Anstieg der Lebensmittelpreise geführt. Dadurch hat sich die Ernährungssituation insgesamt weltweit verschlechtert. „Dies trifft Menschen, die ohnehin benachteiligt sind besonders hart“, betont Waldner mit Blick auf den Welternährungstag am 16. sowie den heutigen Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut.
Die Gründe für Ernährungsunsicherheit und Armut sind vielfältig und gehen Hand in Hand. „Entgegen internationalen Trends hat Österreich immer auf die Förderung ländlicher Entwicklung gesetzt und vor allem kleinbäuerliche Betriebe und Bio-Landwirtschaft unterstützt. Dieser Kurs hat sich bewährt – zum Beispiel in Nord-Gondar in Äthiopien oder in der Provinz Sofala in Mosambik – und hat die Wahrscheinlichkeit von Nahrungsmittelengpässen verringert“, so Waldner abschließend.
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