Spindelegger: „Todesstrafe gegen iranischen Pastor muss aufgehoben werden“
Vizekanzler und Außenminister Spindelegger zur drohenden Hinrichtung von Pastor Youcef Nadarkhani im Iran
Wien, 29. September 2011 – „Die Berichte über die drohende Todesstrafe gegen den iranischen Pastor Nadarkhani, der sich weigert, sich von seinem christlichen Glauben loszusagen, sind zutiefst beunruhigend“, so Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger. „Religionsfreiheit ist Teil der universellen Menschenrechte. Die Anklage von Pastor Nadarkhani ist ein weiterer schwerer Verstoß gegen die internationalen Verpflichtungen des Iran. Ich fordere daher die iranische Regierung auf, den Pastor umgehend freizulassen.“
Die Berichte über die drohende Hinrichtung des iranischen Pastors sind umso besorgniserregender, als erst vergangene Woche ein Minderjähriger im Iran öffentlich hingerichtet wurde. Spindelegger hatte bereits im Juli dieses Jahres in einem Gespräch mit dem iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi gegen die jüngste Hinrichtungswelle, die Anfang dieses Jahres begonnen hat, protestiert.
Der Außenminister unterstrich, dass auch die anhaltende Haft der Führung der Baha‘i unter extremen Bedingungen und der derzeitige Prozess gegen die Verantwortlichen des Baha’i Institute for Higher Education(BIHE) sowie die Verfolgung von Vertretern von Sufi- und Sunni-Gemeinschaften drastische Verletzungen des Prinzips der Religionsfreiheit darstellen.
„Die Verhängung der Todesstrafe gegen Menschen auf Grund deren Glaubens ist völlig inakzeptabel. Es ist erschütternd, dass solche Prozesse noch im 21. Jahrhundert stattfinden können. Ich appelliere an die iranische Regierung, die Verfolgung von Menschen auf Grund ihres Glaubens umgehend einzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass solche Verfahren in Zukunft nicht mehr eingeleitet und durchgeführt werden können“, so der Außenminister.
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