Spindelegger fordert restlose Aufklärung der Gewalteskalation gegen Kopten
Außenminister zu Gewaltausschreitungen bei Demonstration koptischer Christen in Ägypten
Wien, 10. Oktober 2011 – „Das Ausmaß der Gewalt bei der gestrigen Demonstration christlicher Kopten in Kairo, bei der über 24 Menschen ums Leben gekommen sind, ist erschreckend und zutiefst beunruhigend. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen und den über 200 Verletzten“, reagierte Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger auf die blutigen Ausschreitungen am Sonntagabend im Zentrum Kairos.
„Ich fordere die ägyptische Regierung auf, die Umstände der Gewalteskalation vom Sonntagabend restlos aufzuklären und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Die ägyptische Führung muss die berechtigten Anliegen der Bevölkerung insbesondere der religiösen Minderheiten im Land ernst nehmen. Dies ist im Hinblick auf den Aufbau eines modernen demokratischen Rechtsstaates und die politische Konsolidierung mit den ersten freien Parlamentswahlen im November unabdingbar“, so Spindelegger weiter.
Auf Wunsch des Außenministers wird der ägyptische Botschafter ins Außenministerium bestellt, um Aufklärung über diese höchst besorgniserregenden Entwicklungen zu erhalten. „Die tiefer liegenden Ursachen für die wiederholt zu Tage tretenden Spannungen müssen analysiert werden. Nur dann besteht die Chance, dass sich solche Ereignisse nicht wiederholen. Es muss alles getan werden, um religiöse Minderheiten gegen Übergriffe und Gewalt zu schützen und die neu gewonnene Freiheit als Chance für ein friedliches Miteinander über alle politischen, ethnischen und religiösen Grenzen hinweg zu gewährleisten. Dazu gehört der Respekt vor den Andersgläubigen, Toleranz und die Freiheit der Religionsausübung“, erklärte der Außenminister.
Mit über 8 Millionen Christen - die meisten davon gehören der koptisch-orthodoxen Kirche an - ist Ägypten das Land mit der anteilmäßig größten christlichen Bevölkerung im Nahen Osten. In der Vergangenheit waren sie immer wieder Ziel gewaltsamer Übergriffe, das letzte Mal im März, als 13 Menschen in Kairo starben. Auslöser damals wie diesmal ist Brandstiftung in einer koptischen Kirche gewesen.
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