APA: EU einig - Öl-Embargo wäre laut Spindelegger "handhabbar"
Außenminister erwartet keine großen Konsequenzen für Österreich
Brüssel (APA) - Die Ausweitung der Iran-Sanktionen sei eine Antwort auf das iranische Nuklearprogramm, sagte Außenminister Michael Spindelegger (V). Österreich hätte von einem Öl-Embargo der Europäischen Union gegen Teheran keine großen Konsequenzen zu erwarten. "Ich glaube, dass das für Österreich handhabbar ist", sagte der Vizekanzler. Andere EU-Länder hätten damit eher Schwierigkeiten.
Auf den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV hätte eine Verschärfung der wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran keine Auswirkungen, sagte ein OMV-Sprecher am Donnerstag zur APA. Die OMV beziehe kein Öl aus dem Iran und habe dort nur ein Verbindungsbüro. "Wir suchen und fördern kein Öl oder Gas im Iran und sind in operativ in dem Land nicht tätig", so der Sprecher.
Wenn ein konkreter Text zum Öl-Embargo bis Jänner vorbereitet wird, könne dieser nachher rasch in Kraft treten, weil die Zeit bis dahin genutzt werde, um die betroffenen Unternehmen zu informieren, sagte Spindelegger. Die Vorbereitungen würden von den EU-Botschaftern gemacht. Spindelegger betonte weiters, dass die geplanten verschärften Sanktionen auch gegen die iranischen Revolutionsgarden gerichtet seien, die selbst Unternehmen betreiben und Geschäfte machen.
Die EU-Außenminister hätten überdies "einhellige Empörung" über den Sturm auf die britische Botschaft in Teheran bekundet. Alle hätten berichtet, dass sie den iranischen Botschafter einberufen hätten, sagte Spindelegger. Österreich sei zu weiteren gemeinsamen Schritten bereit, wenn diese wohl überlegt seien. So sei es für kleinere Länder nicht so einfach ihren Botschafter aus dem Iran abzuziehen, sagte der Minister.
(Forts. mögl.) ths/za/ivn
APA0443 2011-12-01/14:48
