Spindelegger: "Zusammenspiel mit der Wirtschaft intensivieren"
Außenminister bei der Botschafterkonferenz 2010
Wien, 6. September 2010 – „Wir stehen vor enormen Herausforderungen. Von uns allen wird ein Beitrag zur Konsolidierung des Staatshaushaltes abverlangt. Wir dürfen und werden aber nicht beim Sparen stehen bleiben. Wir nützen diese Anforderung als Chance für eine Neuaufstellung: inhaltlich, strategisch und strukturell“, erklärte Außenminister Michael Spindelegger bei seiner Eröffnungsrede bei der diesjährigen Botschafterkonferenz vom 6. – 8. September 2010 in Wien. Vor den versammelten Leiterinnen und Leitern von Österreichs Botschaften, Vertretungen, Konsulaten und Kulturforen im Ausland ging der Außenminister auf die anspruchsvolle Ausgangslage für das Außenministerium ein: zwischen Europäischem Auswärtigen Dienst, den modernen Kommunikationsmitteln und den berechtigten Erwartungen der Bürger.
„Wir dürfen nicht am liebgewordenen Bild eines Botschafters des 19. und 20. Jahrhunderts hängen bleiben, sondern müssen ein neues Leitbild entwickeln. Mir geht es um Reformen der Strukturen und unserer Arbeitsmethoden, mit dem Ziel das Außenministerium als modernes serviceorientiertes Unternehmen zu positionieren“, so Spindelegger weiter.
Der Außenminister machte dabei klar, dass Österreich seine außenpolitischen Prioritäten konsequent weiter verfolgen werde: die Mitgliedschaft im UNO-Sicherheitsrat, die Kandidatur für den UNO-Menschenrechtsrat, das Engagement am Westbalkan und für den Donauraum, die Verstärkung der Beziehungen zur Schwarzmeerregion sowie der EU-Dialog. „Am Balkan werden wir nicht locker lassen, auch wenn sich einige Staaten bei ihrem Annäherungsprozess an die EU teilweise selber im Weg stehen. Wir werden weiter hartnäckig daran arbeiten, dass bis 2020 alle Westbalkanstaaten Teil der EU-Familie sind“, unterstrich Spindelegger.
Einen besonderen Schwerpunkt legte der Minister auf die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, auch etwa bei Sponsoring im Rahmen der Auslandskulturpolitik. „Es gilt Chancen zu nützen, Hoffnungsmärkte zu definieren und das Zusammenspiel mit der Wirtschaft zu intensivieren. Hier liegt eine wichtige Zukunftsaufgabe für uns“, so Spindelegger, der insbesondere auf die EU-Donauraum-Strategie sowie die Schwarzmeer- und Kaukasusregion einging. „Wir müssen über die makroregionalen Strategien hinausdenken und die Arbeit an der Donauraum-Strategie in eine verstärkte politische Kooperation ummünzen.“
Spindelegger betonte auch den Bürgerservice im Außenministerium. „Bei der Hilfe für Österreicherinnen und Österreicher, die im Ausland in Notsituationen geraten, darf es keine Abstriche geben. Gerade in den schwierigsten Situationen – etwa wenn sie weit weg von zuhause in Katastrophen geraten – müssen Österreicher auf uns zählen können. Engagierte Konsulararbeit ist die wichtigste Visitenkarte des Außenministeriums. Und sie ist nur in Teamarbeit möglich zwischen Zentrale, Missionschefs und Mitarbeitern in allen Verwendungsgruppen“ so der Außenminister, der den Mitarbeitern vor allem auch für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Evakuierung von Österreichern aus den pakistanischen und nordindischen Katastrophengebieten dankte.
Offizieller Gastredner der diesjährigen Botschafterkonferenz war der ungarische Außenminister János Martonyi, der über die Vorhaben des ungarischen EU-Vorsitzes im ersten Halbjahr 2011 informierte. Weitere Redner sind der Präsident der Wirtschaftskammer, Dr. Christoph Leitl, Nationalbank-Gouverneur Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny und Patrick Child, Direktor der Abteilung für EU-Außenvertretungen der Europäischen Kommission, die zu den Themen österreichische Außenwirtschaftsbeziehungen, die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und der Europäische Auswärtige Dienst sprechen werden.
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