APA: Treffen Moussa und Spindelegger in Wien - "Extremismus bekämpfen"
Eröffnung des ersten "Arab-European Young Leaders Forums"
Wien (APA) - Der Generalsekretär der Liga der Arabischen Staaten, Amr Moussa, hat für mehr gegenseitiges Verständnis zwischen der europäischen und arbischen Welt plädiert. "Es gibt immer noch Missverständnisse, die von Extremisten auf beiden Seiten verstärkt werden", so der ehemalige ägyptische Außenminister am Mittwoch in der Diplomatischen Akademie in Wien. Anlass war die Eröffnung des ersten "Arab-European Young Leaders Forums" (AEYLF), einer Initiative Österreichs und der Arabischen Liga (AL).
Auch Außenminister Michael Spindelegger (V) mahnte eine gute Nachbarschaftspolitik an: "Extremismus und populistische Bewegungen haben zugenommen und müssen bekämpft werden". Gleichzeitig drückte der Minister seine Sorge über Angriffe auf religiöse Minderheiten aus, etwa auf Christen im arabischen Raum. Auch in Europa seien "viele Fehler" bei der Integration von Muslimen gemacht worden. 2012 begehe Österreich aber 100 Jahre, dass der Islam im Land gesetzlich als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde.
Moussa stimmte Spindelegger zu: "Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit gehört verurteilt" und appellierte für eine "sofortige" Beendigung der Diskriminierung von Christen in arabischen Ländern und Muslimen in Europa aufgrund ihrer Religion. Er lobte das "Arab-European Young Leaders Forum" (23. bis 27. November) als "wichtigen Schritt vorwärts" im Dialog der Regionen. Die Partizipation der Jugend sowie Bildungsprogramme gehörten gestärkt. Der Nahost-Konflikt bleibe die zentrale Herausforderung.
Spindelegger wies auf zahlreiche Herausforderungen in der arabischen Welt hin, in den Bereichen Umwelt, Beschäftigung, Gesundheit oder militärische Gebietsbesetzungen, und plädierte dafür, Werte wie Menschenrechte und gegenseitigen Respekt hochzuhalten. Weiters erinnerte der Minister an die Türkei-Konferenz zum Thema Rollenbilder von türkischen Migranten, die in Wien für die erste Hälfte des kommenden Jahres mit den Außenministern der Türkei und Deutschlands geplant ist.
Im Anschluss an die Eröffnung erörterte Spindelegger in einem Gespräch mit Moussa die aktuellen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten, wie es in einer Aussendung hieß. Dabei hob der Außenminister die Anstrengungen der Arabischen Liga zur Überwindung des Stillstands bei den Verhandlungen zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) hervor. Zudem informierte er Moussa demnach über die europäischen Bemühungen sowie die Bereitschaft der EU und Österreichs zur engeren Zusammenarbeit mit der Arabischen Liga. Beide Gesprächspartner hoffen, dass Israel den Siedlungsstopp verlängert und die Verhandlungen fortgeführt werden können, so die Aussendung.
Das Ziel des "Arab-European Young Leaders Forums" ist es nach eigenen Angaben eine Plattform für junge Führungskräfte aus Europa, dem arabischen Raum und der Türkei zu schaffen, die länderübergreifende Kooperationen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördern soll. Beim ersten Forum war die Teilnahme von rund 50 jungen Führungskräften aus 23 Ländern der EU, der Staaten der Arabischen Liga und der Türkei geplant.
Die 1945 gegründete Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, einschließlich der Palästinensischen Autonomiegebiete, die von der PLO vertreten werden. Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden. Zu den Gründungsmitgliedern - Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Syrien - kamen später Algerien, der Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti und die Komoren hinzu.
(Schluss) vib/za
APA0401 2010-11-24/14:34
