APA: EU-Afrika-Energiepartnerschaft erarbeitet in Wien Ziele bis 2020
Spindelegger: Zweitägige Konferenz "Anknüpfungspunkt zum Energiemarkt Afrika" - Oettinger: Bis 2020 Energiezugang für weitere 100 Millionen Afrikaner
Wien (APA) - Die im Dezember 2007 ins Leben gerufene EU-Afrika-Energiepartnerschaft (AEEP) trifft ab heute, Dienstag, erstmals auf Ministerebene zu einer zweitägigen Konferenz in Wien zusammen. Gastgeber Außenminister Michael Spindelegger (V) sagte in seiner Eröffnungsrede, dass der Zugang zu Energie "ein Schlüssel für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung" sei. Österreichs Engagement im Rahmen der Partnerschaft gelte daher insbesondere dem Bereich Energie für nachhaltige Entwicklung. Daher sollen nun die gemeinsamen politischen Ziele bis 2020 festgelegt werden, um erste Projekte finanzieren und umsetzen zu können.
Österreichs Unternehmen zählen vielfach zu den Marktführern im Bereich der "Green Energy". Daher sei die Konferenz auch "ein Anknüpfungspunkt zum zukunftsträchtigen Energiemarkt Afrika", so Spindelegger weiter.
EU-Energiekommissar Günter Oettinger sagte, dass durch die Partnerschaft weiteren 100 Millionen Menschen in Afrika der Zugang zu Energie ermöglicht werden soll. Bis 2020 sollen durch die Energiepartnerschaft zusätzlich Wasserkraftwerke mit einer Leistung von 10.000 Megawatt (MW), Windkraftanlagen mit 5.000 MW und Solaranlagen mit 500 MW errichtet werden, erläuterte Oettinger die gemeinsamen Ziele.
Als ein Musterprojekt für die Kooperation zwischen Afrika und der EU nannte Oettinger die vor rund einem Jahr gestartete Wüstenstrom-Initiative Desertec. Sie wurde vor rund einem Jahr gestartet. 2050 sollen in Nordafrika und dem Nahen Osten 400 Mrd. Euro in große Solarkraftwerke und Windparks investiert werden, um einen Großteil des lokalen und 15 Prozent des europäischen Stromverbrauchs zu decken.
Obwohl Afrika ein enormes Potenzial für die Energieproduktion hat, wird dieses Potenzial derzeit kaum genutzt. Südlich der Sahara leben rund 800 Millionen Menschen, die etwa soviel Energie produzieren wie Spanien mit 45 Millionen Einwohnern. Derzeit nützt Afrika nur 7 Prozent seines Wasserkraftpotenzials. Allerdings verwenden nach wie vor viele afrikanische Staaten einen Großteil ihres Budgets für den Import von fossilen Brennstoff, um ihren Energiebedarf zu decken.
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl strich hervor, dass österreichische Unternehmen ein sehr großes Know-how im Bereich erneuerbaren Energie hätten. Das Schlüsselwort sei "Partnerschaft". Deshalb stehe die österreichische und europäische Wirtschaft als Partner für die Umsetzung gemeinsamer Projekte in Afrika bereit, warb Leitl für Kooperationen.
Neben der Verabschiedung einer offiziellen Erklärung mit konkreten Zielen soll die Kooperation auch den Startschuss für das Kooperationsprogramm von EU und Afrika für erneuerbare Energien geben. Auf der Tagesordnung stehen auch die Themen Energiesicherheit, verbesserter Zugang zu leistbaren und modernen Ernegiedienstleistungen und Energieeffizienz. Insgesamt nehmen unter anderem 21 Energie- und Entwicklungsminister aus Afrika und der EU an der Konferenz teil.
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APA0295 2010-09-14/13:05
