APA: Chinas Außenminister 2 - Beziehungen sollen ausgebaut werden
Yang und Spindelegger erörtern bei Abendessen bilaterale Fragen und Sicherheitsrats-Themen
Chinas Außenminister Yang Jiechi und sein österreichischer Amtskollege Michael Spindelegger (V) setzten am Sonntagabend in Wien bei einem Arbeitsessen ihre Gespräche über einen Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet fort. Spindeleggers Sprecher Alexander Schallenberg wies gegenüber der APA darauf hin, dass die im kommenden Jahr stattfindenden 40-Jahr-Feiern anlässlich der Aufnahme bilateraler Beziehungen einen geeigneten Rahmen dafür bieten.
China stellt für Österreich den zweitwichtigsten Überseemarkt dar. Trotz der Wirtschaftskrise konnten die österreichischen Exporte im ersten Halbjahr um 43 Prozent gesteigert werden. Beim Österreich-Besuch des chinesischen Wirtschaftsministers Chen Deming wurden im Mai 17 Verträge in Höhe von 900 Mio. Dollar (724 Mio. Euro) unterzeichnet, in deren Zentrum Autos und Maschinen stehen. Österreich hofft allerdings noch auf einen verbesserten Zugang seiner Lebensmittelexporte auf den chinesischen Markt.
Österreichische Investitionen sind vor allem in Westchina, etwa im Bereich des Wassermanagements, der Gesundheit und erneuerbarer Energien gefragt. Zudem bildet Österreich junge künftige chinesische Führungskräfte aus. Auch im Wissenschaftsbereich ist China an einer verstärkten Zusammenarbeit interessiert, ebenso im Kulturbereich. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Salzburger Festspielen, die der chinesische Außenminister am Montag besuchen wollte.
Bei dem Abendessen sprachen Yang und Spindelegger auch über die Zusammenarbeit im UN-Sicherheitsrat, wobei die Themen koreanische Halbinsel, Iran und die Reform des höchsten UN-Gremiums im Mittelpunkt standen. Aus Sicht des chinesischen Außenministers sind die amerikanisch-südkoreanischen Manöver angesichts der Spannungen in der Region nicht hilfreich. Zugleich wertete er die Präsenz von Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel als destabilisierend.
Bezüglich der von der EU geplanten verschärften Sanktionen gegenüber dem Iran bekräftigte Yang, dass man dem Dialog den Vorzug gebe, wobei Peking überhaupt für einen atomwaffenfreien Nahen Osten eintrete. Hier müsse allerdings noch gegenüber Israel Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Beim Thema Sicherheitsratsreform scherzte Spindelegger nach Angaben seines Sprechers, indem er Yang versicherte, dass Österreich "keinen permanenten Sitz" anstrebe. Daraufhin habe Yang erwidert, er wünsche sich, dass alle Staaten so einen vernünftigen Zugang zu dem Thema hätten. (Schluss) za/ak
APA0284 2010-07-25/19:32
251932 Jul 10
