APA: Ban erwartet harte Nahost-Verhandlungen
Spindelegger erörterte Pakistan-Hilfe mit dem UNO-Generalsekretär
Wien (APA) - UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich "glücklich" darüber geäußert, dass die Nahost-Gespräche am heutigen Donnerstag begonnen haben. In Wien, wo sich der höchste UNO-Beamte anlässlich der Eröffnung der Anti-Korruptions-Akademie (IACA) aufhält, rief Ban Israel und die Palästinenser zur Kooperation auf. "Das wird kein leichter Prozess, wir müssen hart arbeiten", so Ban gegenüber Journalisten nach seinem Treffen mit Außenminister Michael Spindelegger (V).
Ausdrücklich lobte der UNO-Chef die Nahost-Friedensinitiative von US-Präsident Barack Obama. Auch Spindelegger hob hervor, dass den USA hierbei eine entscheidende Rolle zukomme und brachte die volle Unterstützung Österreichs für die UNO-Bemühungen zum Ausdruck. Ban würdigte den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas als anerkannten politischen Führer und verwies auf "Versuche von Gruppen", den Friedensprozess zu behindern.
Nach den Worten Spindeleggers war auch die Flutkatastrophe in Pakistan ein wichtiges Gesprächsthema. "Das ist ein Tsunami, der sich langsam bewegt", sagte der Außenminister. Ein "Weckruf an die Welt" habe auch viele Österreicher veranlasst, für die Flutopfer zu spenden.
UNO-Chef Ban, der die Anwesenden mit einem "Grüß Gott, meine Damen und Herren" auf Deutsch begrüßte, erklärte, er nütze seinen Wien-Aufenthalt auch für wichtige bilaterale Treffen, bei denen es um die Situation und im Süden des Sudan gehe. Es gehe auch darum, welchen Beitrag Österreich leisten könne, um den globalen Herausforderungen zu begegnen. Am Freitag werde er auch mit Bundespräsident Heinz Fischer zusammentreffen. Dann werde er am Forum Alpbach teilnehmen, wo er mit Sicherheitsexperten darüber beraten werde, wie die Vereinten Nationen die Erwartungen der Weltgemeinschaft künftig besser erfüllen können.
Die Frage, ob EU-Außenministerin Catherine Ashton bei der kommenden UNO-Generalversammlung namens der EU eine Rede halten werde, ist nach den Worten Bans noch nicht entschieden. Bei der UNO-Vollversammlung sprechen üblicherweise die Vertreter der Staaten, die EU wünscht, dass Ashton auch für die gesamte EU sprechen kann. Spindelegger befürwortete dies vor der Presse.
Am Nachmittag wird in einer Konferenz in Anwesenheit des UNO-Generalsekretärs und zahlreicher Minister die Gründungskonferenz für die internationale Anti-Korruptions-Akademie in der Hofburg abgehalten. Anschließend wird Ban die Räumlichkeiten der IACA in Laxenburg besichtigen. Ban, der früher als Botschafter Südkoreas in Österreich gewirkt hatte, gab seiner Freude Ausdruck, dass er in seiner Funktion als UNO-Generalsekretär bereits zum zweiten Mal nach Österreich komme. "Ich habe einen Teil meines Herzens hiergelassen", streute er Österreich Rosen.
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