Spindelegger: “Minenproblematik in Kolumbien an der Wurzel packen”
Wien, 4. Dezember 2009 – “Sieben Menschen wurden allein in dieser Woche durch Landminen in Kolumbien schwer verletzt,“ erklärte der Vizepräsident Kolumbiens Francisco Santos Calderónbei seiner Eröffnungsrede zur 10-Jahre-Ottawa Vertragskonferenz in Cartagena (Kolumbien). Leider gehören Minenopfer zum kolumbianischen Alltag, mehr als 750 waren es im vergangenen Jahr. Kolumbien leidet massiv unter von illegalen bewaffneten Gruppen verlegten Landminen. Vor allem die linksgerichtete FARC versucht ihre Kokaplantagen mit Landminen vor dem Zugriff des kolumbianischen Militärs zu schützen. Die große Zahl an Verletzten in der Zivilbevölkerung macht Kolumbien zu einem traurigen Spitzenreiter in der Opferstatistik.
“Wenn wir bei der Bekämpfung der Landminen erfolgreich sein wollen, dann müssen wir bei den Ursachen ansetzen,“ betonte Außenminister Michael Spindelegger. “Fortschritte im Kampf gegen Minen in Kolumbien ist mit Fortschritten im Kampf gegen den Drogenanbau eng verbunden. Wir können hier nicht abseits stehen, auch im Interesse unserer Jugend. Drogen sind ein globales Problem.“
Das in Wien angesiedelte UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) führt in Antioquia, der am stärksten verminten Region Kolumbiens, ein auch von Österreich unterstütztes Programm durch, das Koka-Bauern den Umstieg auf legale Produkte wie Kakao ermöglichen soll. In weniger als drei Jahren konnten rund 18% der Kokaproduktionsflächen Antioquias für den legalen Anbau zurück gewonnen werden. „Das ist auch ein Schlag gegen jene Gruppen, die für die Minenproblematik in Kolumbien verantwortlich sind“, so Spindelegger. Das Projekt ist derart erfolgreich, dass das Außenministerium nun prüft, in enger Zusammenarbeit mit UNODC ein eigenes Projekt in Kolumbien durchzuführen.
“Wir haben eine globale Verantwortung im Kampf gegen Drogen und im Kampf gegen Landminen. Mit unserem Engagement in Kolumbien haben wir die Chance, gemeinsam mit unseren Partnern den Drogenanbau einzudämmen und damit die Minenproblematik nachhaltig an der Wurzel zu packen“, unterstrich abschließend der Außenminister.
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