Spindelegger: "Kulturelle Vielfalt als wirtschaftliches und gesellschaftliches Potential nutzen"
Außenminister eröffnet Symposium zum Thema "Identität und Partizipation: Transkulturelle und muslimische Jugend in Europa"
Wien, 29. Juni 2009 – "Das Interesse der Bevölkerung an Politik sinkt. Gerade junge Menschen verlieren immer mehr das Vertrauen in politische Institutionen. Demokratie kann es ohne Partizipation aber nicht geben. Es ist daher eine gemeinsame Herausforderung für uns alle, die Jugend zur aktiven Teilhabe an Gesellschaft und Politik zu motivieren. Die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen ist hier ein wichtiger Verbündeter und Partner", so Außenminister Michael Spindelegger bei der Eröffnung des Symposiums an der Diplomatischen Akademie gemeinsam mit dem Hohen Repräsentanten der Allianz der Zivilisationen der UNO, Jorge Sampaio.
Angesichts des Anspruchs Europas, eine gemeinsame Identität zu entwickeln, beleuchtet die Veranstaltung die Teilnahme und Teilhabe multikultureller und muslimischer Jugend an Gesellschaft und Politik in Österreich und Europa. Die oft unzureichende Integration von Immigranten in den Bereichen Ausbildung und Arbeitsmarkt, aber auch in die Zivilgesellschaft, in öffentliche Institutionen und in das politische System sind zunehmende Herausforderungen. Bei dem zweitägigen Symposium diskutieren prominente PolitikerInnen mit Migrationshintergrund sowie ExpertInnen aus Österreich, der EU, der Türkei und den USA. Darunter der österreichische Zeithistoriker Univ. Prof. Dr. Oliver Rathkolb, der aus dem Iran stammende Soziologe und Nahostexperte Prof. Asef Bayat sowie die muslimische Sozialarbeiterin und Journalistin Humera Khan aus Großbritannien.
"Österreich hat eine gewachsene Tradition des Dialogs, insbesondere mit dem Islam in unserem Land und den Muslimen in Europa. Wir wollen junge Menschen mit Migrationshintergrund und junge Muslime ermutigen, die Entwicklung Europas aktiv, konstruktiv und zukunftsorientiert mitzugestalten", so der Außenminister.
Die Akzeptanz der gemeinsamen europäischen Werte, wie sie etwa in der Europäischen Charta der Grundrechte formuliert wurden, seien dabei ein klarer Ausgangspunkt: "Jugendliche, gleich welcher Religion oder ethnischen Herkunft, haben sehr ähnliche Erwartungen und Ziele – sie wollen Ausbildung, Jobs und Zukunftsperspektiven. Hier müssen wir ansetzen. Kulturelle Vielfalt darf dabei nicht in erster Linie als soziales Problem gesehen werden. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe sie als wirtschaftliches und gesellschaftliches Potential zu nutzen", so der Außenminister abschließend.
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