Plassnik zum Tod von Landeshauptmann Haider
Wien, 11. Oktober 2008 - Mit Erschütterung hat Außenministerin Ursula Plassnik auf die Nachricht vom Unfalltod des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider reagiert. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gehören in dieser schweren Stunde seiner Frau Claudia und seiner ganzen Familie. Der tragische Tod von Jörg Haider macht uns wieder bewusst, dass Menschen, die im öffentlichen Rampenlicht stehen, nicht nur riesige Projektionsflächen sind, sondern sterbliche Menschen wie du und ich: gefährdet, einsam, müde, manchmal überfordert."
"Obwohl ich persönlich mit vielen seiner Positionen inhaltlich nicht einverstanden war, ist Haider Anerkennung zu zollen für Manches, was er in der österreichischen Politik bewirkt hat. Er war ein politischer Akteur, der Grenzen aufgezeigt, auch immer wieder überschritten hat. Ob man übereinstimmte mit seinen Haltungen oder nicht - Jörg Haider war ein Meister der politischen Kommunikation. Den einen war er Reibebaum, den anderen Vorbild. Ein Politstar der Widersprüche, ein ständig sich wandelnder Emotionsarbeiter, der es einem nicht immer leicht machte, sich mit seiner Politik ernsthaft und konstruktiv auseinanderzusetzen", so die Ministerin weiter.
Plassnik: "In Österreich und international haben seine Äusserungen, insbesondere auch jene zur nationalsozialistischen Vergangenheit, oft berechtigte Kritik hervorgerufen. Er hat polarisiert und irritiert. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er Erstarrungen aufgebrochen und den Finger auf manche Wunde gelegt hat. Bis zuletzt ist es ihm gelungen, die Bedeutung starker Einzelpersönlichkeiten darzustellen, aber auch deren Grenzen. In den Jahrzehnten seiner politischen Wirkens ist der geborene Oberösterreicher zum Kärntner geworden. Kärnten steht nach seinem Tod vor einer politischen Neuordnung."
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