Plassnik zum Kosovo: "Umsichtiges Verhalten aller Beteiligten an Statusverhandlungen gefordert"
19.11.2007
Plassnik im Vorfeld des EU-Außenministerrates
Brüssel, 19. November 2007 - "Die Wahlen haben den Wunsch der kosovarischen Bevölkerung nach Unabhängigkeit bekräftigt", erklärte Außenministerin Ursula Plassnik heute im Vorfeld des EU-Rates Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen in Brüssel.
Zugleich wies die Ministerin nachdrücklich darauf hin, dass die Kosovo-Troika sich derzeit intensiv um eine verhandelte Lösung bemühe. "Die Wahlen in Kosovo dürfen uns nicht den Blick auf diese anspruchsvolle, noch nicht vollendete Arbeit verstellen. Wir unterstützen Botschafter Wolfgang Ischinger und die Kosovo-Troika, die bei diesem schwierigen Unterfangen nichts unversucht lässt, um eine Einigung zwischen Belgrad und Pristina zu erreichen."
"Als Realisten müssen wir uns in der EU aber auch mit dem Gedanken beschäftigen, dass es zwischen Belgrad und Pristina zu keinem Einvernehmen kommt", unterstrich Plassnik.
Zur Ankündigung des künftigen Regierungschefs Hashim Thaci, nach dem 10. Dezember die Unabhängigkeit erklären zu wollen, erklärte die Ministerin: "Das ist keine Überraschung. Entscheidend ist, dass sich jetzt alle Partner im Statusprozess umsichtig und verantwortungsvoll verhalten und sich des Ernstes der Lage bewusst sind. Das gilt auch für Belgrad und Pristina. Die EU wird in dieser Frage jedenfalls weiter Einigkeit und Geschlossenheit an den Tag legen."
"Mit unserer Wiener Konferenz für Serbinnen und Kosovarinnen vor 10 Tagen wollten wir die Notwendigkeit unterstreichen, rasch tragbare Netzwerke der Nachbarschaft zu entwickeln. Wir wollen eine positive Bewegung unterstützen. Es gilt, den Blickwinkel auf eine europäische Perspektive zu erweitern. Einengung auf ein einziges Wort allein hilft uns nicht weiter", ergänzte Plassnik.
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