Plassnik: "Ungarn - geschätzter und respektierter Partner auf allen Ebenen"
29.11.2007
Außenministerin bei zweiter gemeinsamer Regierungssitzung in Budapest
Wien, 29. November 2007 - "Der Countdown läuft. In 22 Tagen wird unsere Nachbarschaft mit Ungarn mit der Schengenerweiterung einen europäischen Quantensprung erleben. Mit den Grenzzäunen und -balken werden endlich die letzten Reste des Eisernen Vorhangs, der unsere beiden Staaten so lange voneinander trennte, endgültig verschwinden. Was noch vor 20 Jahren undenkbar war, wird damit zur Realität", so Außenministerin Ursula Plassnik heute bei der zweiten gemeinsamen österreichisch-ungarischen Regierungssitzung. "Ungarn ist Klassenbester bei der Vorarbeit und hat sich gewissenhaft und umsichtig auf die verantwortungsvolle Aufgabe der Überwachung der EU-Außengrenze vorbereitet. Die Erweiterung des gemeinsamen Schengenraumes wird nicht ein Weniger, sondern ein Mehr an Sicherheit für uns alle bringen."
"Für die Bevölkerung sind beide, Österreich und Ungarn, jeweils gegenseitig die Nummer eins auf der Beliebtheitsskala. Diese gemeinsame Regierungssitzung ist daher nicht nur Ausdruck der Fülle und Bandbreite der engen Nachbarschaftsbeziehungen unserer beiden Länder. Wir wollen damit auch zum Ausdruck bringen, wie wichtig Vernetztheit und enge Kooperation in unserem zusammenwachsenden Europa sind", so Plassnik.
"Ungarn ist ein geschätzter und respektierter Partner auf allen Ebenen - regional, in Europa und global. Die Themenpalette unserer Zusammenarbeit ist sehr breit. Sie reicht vom gemeinsamen Einsatz für das internationale Verbot der Streumunition über die Zusammenarbeit in der Regionalen Partnerschaft bis zur immer engeren konsularischen Kooperation", unterstrich die Ministerin. Bei der gemeinsamen Regierungssitzung wurden bilaterale Fragen der kulturellen, wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit ebenso erörtert wie die jüngsten Entwicklungen in der Europäischen Union. Am Rande der Sitzung wurde von den Außenministerinnen Plassnik und Göncz ein Kooperationsabkommen im konsularischen und Sicherheitsbereich unterzeichnet.
"Unsere konsularische Kooperation ist ein Bereich der österreichisch-ungarischen Zusammenarbeit mit besonders hoher Dynamik", betonte Plassnik. So wurden die ersten gemeinsamen Visastellen der EU von Österreich und Ungarn in Chisinau und Podgorica eröffnet. Mit dem heute unterzeichnetem Kooperationsabkommen wird die Basis geschaffen, dass sich Österreich und Ungarn in Visafragen künftig wechselseitig an ausgesuchten Orten außerhalb der EU vertreten können. "Durch dieses Abkommen wird unsere traditionell gute Zusammenarbeit im Visabereich auf eine neue Stufe gehoben. Das schafft einen konkreten Mehrwert für unsere Bürger. Es beweist aber auch die Stärke unseres gegenseitigen Vertrauens - das Abkommen ermöglicht es uns beiden, jetzt auch an Orten vertreten zu sein, wo uns dies bis jetzt nicht möglich war."
Plassnik: "Mit der gezielten gegenseitigen Unterstützung und der engen Kooperation in Konsularfragen nehmen Österreich und Ungarn eine Vorreiterrolle in der EU ein. Dies sollte auch Modellcharakter für den künftigen europäischen auswärtigen Dienst haben", erläuterte Plassnik. "Österreicher können sich also in Notfällen an ungarische Botschaften und Konsulate wenden. Umgekehrt gilt dies auch für die Ungarinnen und Ungarn in den betreffenden Ländern."
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische
und internationale Angelegenheiten
Presseabteilung
Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550
Fax: ++43 (0) 50 1159-213
abti3(at)bmeia.gv.at
