Plassnik: "Markige Sprüche bringen uns Lösungen nicht näher"
21.12.2007
Außenministerin in Kärnten zu Reformvertrag, Europadebatte und Fürstenstein
Klagenfurt, 21. Dezember 2007 - "Europa braucht starke Kärntnerinnen und Kärntner", betonte Außenministerin Ursula Plassnik in einer Diskussion an der Fachhochschule Villach. Plassnik: "Gerade für Kärnten an der Schnittstelle von drei großen europäischen Traditionen und Kulturen steckt die EU voller Chancen. Wir müssen sie nützen. Wir müssen sie aber auch mit besonderer Verantwortung wahrnehmen."
Die Außenministerin forderte eine engagierte Europadebatte auf sachlicher Grundlage und mit zweifelsfreien Fakten. Plassnik: "Markige Sprüche bringen uns Lösungen nicht näher und sind keine Antwort auf die Ängste der Menschen. Wir müssen genau hinhören und wir müssen vor allem Mut machen. Eine EU ohne Kärnten will ich mir nicht mehr vorstellen, ein Kärnten ohne die Europäische Union kann ich mir gar nicht vorstellen. Die Jugend ist ein besonderer Verbündeter in der Europa-Arbeit. Sie steht in allen Eurobarometer-Umfragen mehrheitlich klar hinter dem großen europäischen Friedensprojekt."
Plassnik: "Das Beispiel Balkan zeigt, worum es auch heute noch geht. Das Friedensprojekt Europa dauerhaft absichern und die Wiedervereinigung des Balkans mit Europa vollenden."
"Europa braucht Jugend: Neugierig und kreativ", hatte Plassnik zuvor schon an Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums appelliert. Die Außenministerin erläuterte die Grundprinzipien des Lissaboner EU-Reformvertrags. "Klare Strukturen, klare Aufgabenteilung, modernster Grundrechtskatalog. Gemeinden und Regionen bleiben wichtige europäische Grundlage und sie profitieren. Kärnten hat schon bisher großen Nutzen aus der EU-Mitgliedschaft Österreich gezogen", bilanzierte Plassnik. Von 2000 bis 2006 erhielt Kärnten im Schnitt 70 Millionen Euro. Mit 2007 ist dieser Wert sogar auf 85 Millionen Euro gestiegen."
"Das war ein Sturm im Wasserglas", kommentierte Plassnik die jüngsten Irritationen um den Kärntner Fürstenstein. Die Außenministerin: "Aus der Sicht des heutigen Europa ist der Fürstenstein ein Symbol dafür, dass wir in dieser Region schon lange miteinander leben und auch früher mehrere Sprachen gesprochen haben. Die blaue Fahne mit den gelben Sternen ist Symbol unserer neuen Gemeinsamkeit. Heute haben wir handfestere Gemeinsamkeiten, so etwa den Euro, den gemeinsamen Binnenmarkt und die gemeinsame Außenpolitik. Mit Jahresbeginn übernimmt unser Nachbar und Partner Slowenien den EU-Vorsitz. Als erster der "EU-Beitrittsklasse 2004" wird Slowenien diese große Aufgabe bewältigen, davon bin ich überzeugt. Dazu wünschen wir alles Gute."
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