Winkler: "Gemeinsame Konzepte für eine bessere Zukunft"
22.11.2006
Staatssekretär Hans Winkler bei der EU-Afrikanischen Ministerkonferenz zu Migration und Entwicklung
Tripolis, am 22. November 2006 - "Ein offener und ehrlicher Dialog über Migration und Entwicklung, sowie eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika sind heute wichtiger denn je. Verlust der Existenzgrundlage und Aussichtslosigkeit, Not und Armut, Konflikte in einem Land oder einer Region, sowie Naturkatastrophen haben auch Auswirkungen auf die benachbarten Länder und somit auch auf Europa", sagte Staatssekretär Hans Winkler bei der Ministerkonferen zu Migration und Entwicklung zwischen der EU und der Afrikanischen Union in Tripolis.
"Die EU und Afrika verfolgen mit Nachdruck das gemeinsame Ziel, weitere humanitäre Katastrophen zu verhindern und bestehende Probleme nachhaltig zu beseitigen. Nur ein umfassender Ansatz und konkrete Anstrengungen auf globaler, nationaler sowie regionaler Ebene werden es uns ermöglichen, die Wurzeln von Migration zu bekämpfen, Menschenhandel und illegale Migration zu unterbinden und eine Basis für eine bessere Zukunft in den Heimatländern vieler Menschen zu schaffen", betonte der Staatssekretär. "Bereits getroffene Entscheidungen müssen umgesetzt und der Dialog mit den afrikanischen Staaten, der Afrikanischen Union sowie mit den zahlreichen regionalen Organisationen ausgeweitet und miteinander in Einklang gebracht werden", so Winkler weiter.
"Nachhaltige Entwicklung kann ohne Sicherheit und Stabilität nicht erfolgen. Sicherheit und Frieden, good governance, wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung, aber auch Erziehung und Umweltschutz stehen in enger Wechselwirkung zu Migration. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der neben Sicherheitsfragen auch die Entwicklungszusammenarbeit umfasst, kann auf Dauer zu Verbesserungen führen", unterstrich der Staatssekretär. "Besonderes Augenmerk müssen wir auch auf den Schutz und die Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere den Schutz der Frauen und Kinder legen. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, seine Rechte wahrzunehmen und zu verteidigen, um unmenschlichen und erniedrigenden Handlungen zu entkommen."
Ende 2005 verabschiedete der Europäische Rat eine Afrika-Strategie der EU, deren Ziel die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika ist. Die Strategie begegnet dem afrikanischen Kontinent als Einheit, spannt den Bogen über bestehende regionale Abkommen und stellt die verschiedenen Afrika betreffenden Strategien und Politiken der EU in einen Gesamtzusammenhang. Der Dialog zwischen Europa und Afrika ist der notwendige Rahmen für die Zusammenarbeit auf regionaler und bilateraler Ebene. Der bisherige Höhepunkt der regionalen Zusammenarbeit war die Euro-Afrikanische Ministerkonferenz im Juli 2006 in Rabat, die das Ziel verfolgte, die Auswirkungen unkontrollierter Migrationsströme durch praktische Maßnahmen zu lindern und die bestehende Situation zu verbessern. Bereits unter dem österreichischen Ratsvorsitz im ersten Halbjahr 2006 wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, die biregionalen Kontakte zwischen der EU und der Afrikanischen Union in Migrationsfragen voranzutreiben.
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