Winkler: "Afghanistan: Aufbau durch Eigenverantwortung und internationale Unterstützung"
27.10.2006
Staatssekretär Hans Winkler bei der Afghanistan-Konferenz des Liechtenstein Institute on Self-Determination
Wien, 27. Oktober 2006 - Vor rund fünf Jahren trafen sich erstmals Vertreter der afghanischen Politik und Zivilgesellschaft, sowie Delegierte der internationalen Gemeinschaft zur ersten großen Afghanistan-Konferenz in Bonn. Im Vordergrund dieses Treffens stand das gemeinsame Ziel die Weichen für den Wiederaufbau des Landes nach jahrelangem Krieg und Unterdrückung zu stellen. "Diese, sowie auch die folgenden Konferenzen waren alle von der Vision getragen, Afghanistan aus der internationalen Isolierung heraus zu führen und zu einem stabilen, sicheren, demokratischen Staat aufzubauen, der in der Lage ist die Rechte seiner Bürger zu schützen" betonte Staatssekretär Hans Winkler heute bei der Eröffnung der Afghanistan-Konferenz des Liechtenstein Institute on Self-Determination, an der neben Fürst Hans-Adam II von Liechtenstein unter anderem auch der Kommandant des "Combined Forces Command - Afghanistan", Glt. Karl Eikenberry, teilnahm.
"Diese gemeinsame Vision stellt Afghanistan und die internationale Gemeinschaft vor ungeahnte Herausforderungen. Sie ist jedoch stets von dem Willen getragen, diese auch Realität werden zu lassen. Ein Leben in Freiheit und Sicherheit, ohne Gewalt und Unterdrückung muss das Ziel jedes erfolgreichen Wiederaufbaus eines Landes sein. Rechtstaatlichkeit, sowie die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte müssen die Basis des Aufbaus bilden. Die Rechte von Frauen und Kindern erfordern hierbei ebenso besondere Aufmerksamkeit" so Winkler, der darauf hinwies, dass das Land in den letzten Jahren durchaus Fortschritte erzielt hat . So wurde erstmals in der Geschichte Afghanistans ein Staatsoberhaupt frei gewählt. Darüber hinaus wurde eine neue Verfassung verabschiedet, Parlamentswahlen durchgeführt und zahlreiche Maßnahmen zum Aufbau demokratischer legitimierter und funktionsfähiger Strukturen gesetzt.
"Kein Staat ist in der Lage ein zerstörtes Land wieder alleine aufzubauen und einer Bevölkerung, die jahrelang unterdrückt wurde, aus eigenen Kräften Hoffnung und eine Aussicht auf eine bessere und würdevollere Zukunft zu geben. Gewalt, ethnische Konflikte und Krisen können bereits Aufgebautes wieder sehr leicht zerstören. Daher nimmt die nachhaltige Unterstützung der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft einen sehr wichtigen Stellenwert ein. Im Zentrum der Entwicklung muss jedoch der Wille der afghanischen Bevölkerung und der eigenen demokratischen Kräfte stehen, die Geschicke ihres Landes selbständig zu lenken. Hierbei ist nicht so sehr die Geschwindigkeit eines Prozesses ausschlaggebend, sondern vielmehr die Nachhaltigkeit der Reformen und Maßnahmen" so Winkler, der seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass die diesjährige Konferenz den Reformen und dem Wiederaufbau in Afghanistan eine neue Dynamik verleihen, sowie das weitere Vorgehen in dem Prozess festlegen werde, der vor fünf Jahren in Bonn eingeleitet wurde.
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