Plassnik: "Willkommen in der EU-Familie!"
29.12.2006
Einladung, Reformarbeit energisch fortzuführen
Wien, 29. Dezember 2006 - Außenministerin Ursula Plassnik wird am Sonntag, dem 31. Dezember 2006, in Bukarest sowie am Montag, dem 1. Jänner 2007, in Sofia an den Feierlichkeiten anlässlich des Beitrittes Rumäniens und Bulgariens zur Europäischen Union teilnehmen.
"Mit dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien schließt sich der Kreis der Wiedervereinigung Europas nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 18 Jahren. Europa war damals mit einer epochalen Herausforderung konfrontiert. Mit dieser sind wir sehr verantwortungsbewusst und erfolgreich umgegangen. Die Aufnahme Rumäniens und Bulgariens in die EU ist Teil dieser historischen Aufgabe. Diesem Beitritt ist ein mehr als zehnjähriger anspruchsvoller und sorgfältiger Vorbereitungsprozess vorangegangen. Die EU setzt diesen Schritt zur Ausdehnung des europäischen Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts mit Umsicht und Realismus", erklärte Plassnik im Vorfeld der Reise.
"Der Weg für Bulgarien und Rumänien ist trotz des beeindruckenden Endspurts der letzten Monate noch lange nicht zu Ende. Ich bin zuversichtlich, dass die neuen Mitgliedstaaten energisch den Kräften entgegenwirken werden, die schon heute hinter der Ziellinie der ersten Etappe eine Pause einlegen wollen", unterstrich die Außenministerin. Um den nachhaltigen Erfolg des europäischen Weges sicherzustellen, müsse die Reformarbeit, insbesondere in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung, mit Nachdruck weitergetrieben werden.
Plassnik verwies dabei auch auf die neuartigen Schutzmechanismen, die im Beitrittsvertrag vorgesehen sind: "Österreich hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass erstmals ein besonderer Kontroll- und Überwachungsmechanismus angewendet wird, der auch nach dem EU-Beitritt greift. Damit ist sichergestellt, dass auf Schwachstellen rasch und gezielt reagiert werden kann. Diese umfassenden Schutzmechanismen des Beitrittsvertrags geben uns Sicherheit. Bei der strikten Einhaltung der Gemeinschaftsregeln wird es keine Abstriche geben."
Diese Etappe der Nachbarschaftserweiterung der EU bietet dabei gerade auch für Österreich vielfältige Chancen. Österreich ist bereits heute der größte ausländische Investor sowohl in Rumänien als auch in Bulgarien. "Bulgarien und Rumänien sind Teil der Zukunftsregion Donauraum. Vielfältige Verbindungslinien führen nach Österreich. Mit dem Zusammenwachsen des Donauraumes haben wir die Chance, das besondere menschliche, kulturelle, politische und wirtschaftliche Potential dieser Region voll zu nützen", so Plassnik.
In Bukarest wird Ursula Plassnik mit Staatspräsident Traian Basescu, Premierminister Călin Popescu-Tăriceanu sowie Außenminister Mihai-Răzvan Ungureanu und zahlreichen Vertretern der EU-Mitgliedstaaten die Aufnahme Rumäniens in die dann auf 27 Mitglieder angewachsene "europäische Familie" begehen. Den Höhepunkt bildet das nächtliche Volksfest zur Jahreswende am Revolutionsplatz.
In Sofia wird Plassnik am Festakt der bulgarischen Regierung teilnehmen. Nach dem Hissen der europäischen Flaggen am berühmten Alexander-Nevski-Platz werden die Gäste von Staatspräsident Georgi Parvanov, Premierminister Sergei Stanischev und Außenminister Ivailo Kalfin an einem Galakonzert unter dem Motto "Bulgaria salutes Europe" teilnehmen.
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