Plassnik: "Internationale Solidarität - aktiv gelebt"
22.11.2006
Hauptausschuss beschließt Verlängerung von zehn österreichischen Beteiligungen an internationalen und europäischen Friedensmissionen für jeweils ein Jahr
Wien, 22 November 2006 - "Die heutige Entscheidung des Hauptausschusses unterstreicht Österreichs nachhaltiges Engagement für den Frieden und unsere Bereitschaft, international Verantwortung zu übernehmen", sagte Außenministerin Ursula Plassnik anlässlich der heutigen Entscheidung im Hauptausschuss des Parlaments zur Verlängerung der Beteiligung Österreichs an europäischen und internationalen Friedenseinsätzen.
Rund 1.300 Österreicherinnen und Österreicher sind in Rahmen von Friedenseinsätzen der UNO und EU weltweit aktiv. "Dabei geht es nicht nur um militärische Einsätze zur Friedenssicherung, sondern auch darum, den Menschen, die unter Konfliktsituationen gelitten haben, wieder eine echte Zukunftsperspektive zu geben. Nachhaltiger Frieden setzt auch Rechtssicherheit und tragfähige demokratische Institutionen voraus. Aus diesem Grund wird die zivile Komponente von Auslandseinsätzen immer wichtiger", betonte die Außenministerin. Gerade in diesem Bereich habe Österreich, etwa mit den Polizeimissionen in Bosnien und den Palästinensischen Gebieten, aber auch mit der Entsendung einer Zollexpertin zum Grenzübergang Rafah im Gaza-Streifen, wertvolle Beiträge geleistet.
"Österreich ist nicht an allen Missionen im gleichen personellen Umfang beteiligt. Allerdings legt die Bundesregierung Wert darauf, dass wir bei allen EU-Missionen im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik teilnehmen. Auch in kleineren Missionen im Sudan, in Zypern, Georgien und Afghanistan stehen Österreicherinnen und Österreicher im Dienst des Friedens. All diese Missionen zeigen gleichermaßen den Einsatz unseres Landes für den Frieden und für gelebte, aktive Solidarität", unterstrich Plassnik.
"Unsere Schwerpunkte werden künftig weiterhin am Balkan und im Nahen Osten liegen. Gerade hier zeigt sich, dass unser Einsatz auch uns selbst zugute kommt. Mit unserem Engagement in Bosnien und Herzegowina und im Kosovo tragen wir zu mehr Stabilität und Frieden in der Region bei - und damit auch zu mehr Sicherheit für Österreich", so Plassnik. Im Nahen Osten werde Österreich weiterhin mit 387 Friedenssoldaten das größte Kontingent auf den Golan-Höhen stellen und sich an der EU-Mission in den Palästinensischen Gebieten zur Grenzsicherung in Rafah beteiligen.
Gegenwärtig nehmen insgesamt 15 Österreicherinnen an Friedensmissionen teil. "Die aktive Rolle der Frauen im Krisenmanagement nachhaltig zu stärken, ist mir ein besonderes Anliegen. Bei der Zusammensetzung der Friedensmissionen sollen Frauen besondere Berücksichtigung erfahren. Gerade sie können beim gesellschaftlichen Wiederaufbau ein besonderes Wissen und Verständnis einbringen und mit ihren Erfahrung eine wichtige Bereicherung der Missionen darstellen", unterstrich Plassnik.
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