Plassnik: "Dialog auch mit schwierigen Partnern führen"
20.09.2006
Außenministerin trifft in New York ihren iranischen Amtskollegen
New York, 20. September 2006 - "Wir suchen gerade auch mit schwierigen Partnern den Dialog und das konstruktive Gespräch. Dies setzt aber voraus, dass auch die andere Seite sich einbringt und die notwendige Vertrauensbasis schafft. Der Iran muss in der Nuklearfrage aktiv mitarbeiten, um die Bedingungen für einen lösungsorientierten Dialog zu schaffen", sagte Außenministerin Ursula Plassnik heute in New York anlässlich eines Treffens mit dem iranischen Außenminister Manouchehr Mottaki am Rande der UN-Generalversammlung.
"Wir wollen keinen Konflikt, sondern ein partnerschaftliches Verhältnis mit dem Iran. Dazu gehört auch unsere Erwartung, dass der Iran als wichtige regionale Kraft einen positiven Einfluss in der Region geltend macht und seine Rolle in Nahen Osten verantwortungsvoll wahrnimmt", so die Außenministerin.
"Die konstruktiven Gespräche zur Nuklearfrage zwischen Javier Solana und Ali Larijani am 9./10. September waren ein ermutigendes Zeichen. Wir hoffen, dass weiterführende Kontakte dazu führen, dass die Voraussetzungen für substantielle Verhandlungen erfüllt werden", sagte die Außenministerin und betonte, dass die EU und die Staatengemeinschaft geschlossen hinter den Bemühungen von Javier Solana stünden, durch Verhandlungen eine diplomatische Lösung zu erzielen.
"Der Iran muss das Vertrauen in die ausschließlich friedliche Natur seines Atomprogramms wiederherstellen. Deshalb sind Direktgespräche so wichtig, denn nur so können bestehende Missverständnisse ausgeräumt werden", so Plassnik. Die Außenministerin unterstrich, dass sich dabei Wien neuerlich als Ort des Gesprächs bewährt habe. "Nicht nur das einzigartige Anreizpaket wurde im Juni in Wien geschnürt, auch die letzten ermutigenden Gespräche zwischen Solana und Larijani fanden hier statt. Das Vertrauen, dass man uns entgegenbringt, beruht auch auf unseren langjährigen und bewährten Kontakten, etwa im Rahmen des Dialogs der Religionen und Kulturen", so Plassnik weiter.
Die Außenministerin erinnerte in diesem Zusammenhang an die Konferenz über "Islam in einer pluralistischen Welt" im November 2005, an der mit dem früheren iranischen Präsidenten Chatami und mit der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi zwei wichtige Persönlichkeiten aus dem Iran teilgenommen haben. "Der Dialog zwischen den Religionen und Kulturen ist unentbehrlich für ein friedliches Zusammenleben in einer gemeinsamen Welt. Ich hoffe daher, dass wir auch künftig auf diesem Gebiet zusammenarbeiten werden", so Plassnik abschließend.
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