Kroatischer Außenminister Zuzul und UNO-Sonderbeauftragter Brahimi Gäste von Ferrero-Waldner in Salzburg
23.07.2004
Politische Gespräche am Rande der Festspiele
Salzburg, 23. Juli 2004 - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner begrüßt aus Anlass der diesjährigen Salzburger Festspiele ihren kroatischen Amtskollegen Miomir Zuzul und den Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für den Irak Lakhdar Brahimi als Gäste. Neben gemeinsamen Besuchen verschiedener Veranstaltungen im Rahmen der Festspiele stehen auch Arbeitsgespräche auf dem Programm.
Bereits heute Freitag wird Bundesministerin Ferrero-Waldner mit dem kroatischen Außenminister Gespräche führen. Im Mittelpunkt wird dabei die gemeinsame europäische Zukunft stehen. Österreich war stets konsequent für einen raschen EU-Beitritt Kroatiens eingetreten und ist daher sehr erfreut über die Anfang 2005 beginnenden Beitrittsverhandlungen. "Die Entscheidung des Europäischen Rates im Juni dieses Jahres trägt der entschlossenen Politik Kroatiens Rechnung, die für eine EU-Mitgliedschaft notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Ich habe in vielen Gesprächen mit kroatischen Vertretern und insbesondere in engen persönlichen Kontakten mit Außenminister Zuzul die Reformen zur Erfüllung der für einen EU-Beitritt erforderlichen politischen und wirtschaftlichen Kriterien erörtert. Jetzt wünschen wir uns effiziente und zielorientierte Beitrittsverhandlungen. Es liegt an Kroatien, durch die rasche vollständige Erfüllung der Beitrittskriterien die Geschwindigkeit des Verhandlungsprozesses zu bestimmen", so die Außenministerin im Vorfeld des Treffens.
Ferrero-Waldner erinnerte auch daran, dass Österreich von einem EU-Beitritt Kroatiens sehr profitieren würde: "Bereits jetzt ist Österreich mit etwa einem Viertel aller bisherigen Auslandsinvestitionen seit der Unabhängigkeit Kroatiens an erster Stelle der Investorenländer. Die österreichischen Exporte sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und mittlerweile knapp 3 Mal so hoch wie 1995. Kroatien mit seinen 4,3 Millionen Einwohnern zählt mittlerweile zu unseren wichtigsten Exportmärkten."
Mit dem UNO-Sonderbeauftragten für den Irak Lakhdar Brahimi wird die Außenministerin am Samstag dieser Woche insbesondere die aktuelle Lage im Irak, aber auch in Afghanistan - Brahimi war bis Februar 2004 Sonderbeauftragter des UNO-Generalsekretärs für Afghanistan - sowie Fragen des von Ferrero-Waldner im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit sehr stark forcierten Human Security Networks (Netzwerk für Menschliche Sicherheit) erörtern.
"Lakhdar Brahimi hat in entscheidender Weise an der Gestaltung des politischen Transformationsprozesses im Irak mitgewirkt. Neben seiner Beurteilung der weiteren Entwicklung messe ich besonders seiner Einschätzung der mittelfristigen EU-Strategie, deren Umsetzung ja bereits begonnen hat, und seinen Eindrücken von der jüngsten Konferenz in Kairo große Bedeutung bei. Auch Österreich und die EU waren immer der Meinung, dass der Dialog mit den irakischen Nachbarstaaten für eine Stabilisierung von größter Wichtigkeit ist", sagte Bundesministerin Ferrero-Waldner.
