"Panda Bären sind lebendiges Zeichen der Beziehungen Österreich – China"
03.11.2003
Ferrero-Waldner kündigt Eröffnung eines österreichischen Kulturforums in Peking, Beamtenaustausch und engere Zusammenarbeit im Bildungs- und Tourismusbereich an
Peking, 3. November 2003 - Im Zuge ihrer Gespräche in Peking gratulierte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner heute China zum Erfolg der bemannten Raumkapsel "Shenzhou V". "Ich habe im Fernsehen die Bilder der gelungenen Landung und den Ausstieg des Kosmonauten YANG Liwei mit grossem Interesse verfolgt. Ich glaube, dass kaum eine andere Leistung den Aufstieg Chinas so treffend symbolisieren könnte" sagte Ferrero-Waldner.
Ferrero-Waldner bedankte sich beim chinesischen Außenminister Li Zhaoxing auch dafür, dass dem Tiergarten Schönbrunn zu seinem 250. Bestandsjubiläum ein Pandapärchen leihweise überlassen wurde. "Wir Österreicher empfinden dies als besondere Auszeichnung. Wir wissen, dass es eine ganze Reihe von Staaten gibt, die Pandas haben möchten und die chinesische Regierung sehr restriktiv bei der Auswahl vorgeht. Die Pandas sind ein grosser Anziehungspunkt im Tiergarten Schönbrunn geworden. Sie sind ein lebendiges Zeichen unserer guten Beziehungen", sagte Ferrero-Waldner.
Ferrero-Waldner und der chinesische Außenminister Li Zhaoxing bewerteten die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und China als sehr positiv. Ausdruck des ausgezeichneten Verhältnisses ist vor allem der rege Besuchsaustausch auf höchster Ebene. So haben innerhalb der letzten fünf Jahre Besuche auf Ebene der Präsidenten und Regierungschefs stattgefunden: Jiang Zemin 1999, Bundespräsident Klestil und Außenministerin Ferrero-Waldner 2001, Premierminister Zhu Rongji 2002 und Vizekanzlerin Riess-Passer 2002. Im Juli des Vorjahres hatte auch der nunmehrige Vizepräsident Zeng Qinghong sowie Staatsrat Tang Jiaxuan in seiner damaligen Funktion als Außenminister Österreich besucht. Ferrero-Waldner vereinbarte mit ihrem chinesischen Amtskollegen, den engen Konsultationsprozess auf verschiedenen Ebenen (Außenminister und Fachminister, Vizeminister, Generalsekretäre und Politische Direktoren) weiter auszubauen.
Österreich und China haben im Juli dieses Jahres ein "Memorandum of Understanding" betreffend die Zusammenarbeit im Bereich der Beamtenaus- und -fortbildung unterzeichnet. Es handelt sich dabei um ein dreijähriges Austauschprogramm, im Rahmen dessen jährlich zwei chinesische Beamtendelegationen nach Österreich kommen werden. "China möchte auf unsere Erfahrungen im Bereich der Beamtenausbildung und der Reformen im öffentlichen Dienst zurückgreifen. Ich glaube, dass Österreich einen soliden öffentlichen Dienst und ausgezeichnete Beamte hat. Ich bin überzeugt, dass die chinesischen Beamtendelegationen von unserer Expertise lernen können", sagte Ferrero-Waldner.
Auch im Bildungsbereich hat Ferrero-Waldner im Rahmen ihres Besuches in China eine engere Kooperation vereinbart. In Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für internationalen Bildungstransfer sind bereits grosse Fortschritte beim Aufbau einer Berufsschule in Changchun (Tschang Tschun) zu verzeichnen. Vereinbart wurde nun, auch andere Projekte intensiv weiterzuverfolgen. So soll der Aufbau von Spitalsmanagement- Trainingskursen in Changchun und Shanghai, der Aufbau einer Tourismushochschule und eines postgradualen Executive MBA-Lehrgangs in Qingdao (Tsching Dao) und Automobiltechnik-Projekte in Peking, Tianjin (Tien Dschin) und Kanton erfolgen.
Vereinbart wurde auch die Realisierung einer chinesisch-österreichischen Musikhochschule in Zusammenarbeit mit den österreichischen Musikhochschulen und der Peking Universität. Ferrero-Waldner wertete dies als "neue Qualität der Zusammenarbeit" und unterstützte auch den chinesischen Wunsch nach einer Kooperation im Bereich der Tourismusausbildung in Peking, im Hinblick auf die olympischen Spiele 2008. "Die chinesische Regierung misst der blühenden Tourismusindustrie eine immer grössere wirtschaftspolitische Bedeutung zu und das Wachstum der Tourismusindustrie wirkt sich in China positiv auf die Arbeitsplatzsituation und auf andere Wirtschaftsbereiche wie Banken, Versicherungen und Transport aus, weil die Nachfrage angekurbelt wird. China geht davon aus, dass der Tourismussektor in den nächsten zehn Jahren schneller wächst als der Rest der chinesischen Wirtschaft. Daher wird in China auch die Öffnung der Tourismusindustrie für Investitionen aus dem Ausland erwogen. Daher freut es mich, dass das Land Salzburg die Durchführung einer Ausstellung unter dem Titel "China als Tourismusland" plant. Hier sehe ich enorme Chancen für Österreich", sagte Ferrero-Waldner.
Im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit kündigte Ferrero-Waldner für 2004 die Eröffnung eines österreichischen Kulturforums in Peking an und zeigte sich darüber erfreut, dass auch China beabsichtigt, ein Kulturzentrum in Österreich zu errichten. "Ich begrüße den wachsenden kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen unseren beiden Staaten. Ich bin davon überzeugt, dass auf der Basis der gegenseitigen Anerkennung der großen kulturellen Traditionen unserer Staaten eine weitere Vertiefung der bereits ausgezeichneten Beziehungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst sowie der Erhaltung des kulturellen Erbes möglich ist. So plant das Staatssekretariat für Kunst und Medien gemeinsam mit dem Außenministerium die Ausstellung "Wilde Malerei - Exzellente neue Werke aus Österreich" vom 1. März bis 15. April nach Shanghai und andere chinesischen Städten zu führen", sagte die Außenministerin.
