17. Oktober: Internationaler Tag der Armutsbekämpfung
15.10.2003
Wien, 15. Oktober 2003 - Am 17. Oktober ist der Internationale Tag der Armutsbekämpfung. Die Vereinten Nationen erinnern damit an die Situation von über 1 Milliarde Menschen, die von weniger als einem Euro täglich leben müssen, hungern oder an vermeidbaren Krankheiten sterben. Im Kampf gegen die weltweite Armut hat sich die Staatengemeinschaft acht konkrete Ziele gesetzt, die bis 2015 zu einer deutlichen Verbesserung führen sollen. "Österreich unterstützt diesen Weg durch gesteigerte Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und durch konkrete Entwicklungsprojekte in Partnerländern", erklärt Außenministerin Ferrero-Waldner. Mit einer Informationskampagne sollen die Internationalen Entwicklungsziele in den nächsten Jahren auch bei den ÖsterreicherInnen bekannt gemacht werden.
Armut hat globale Folgen
Derzeit leben über eine Milliarde Menschen in absoluter Armut, d.h. von weniger als einem Euro pro Tag. Über 700 Millionen Menschen sind unterernährt und hungern. 120 Millionen Kinder im Volksschulalter bekommen keine Schulausbildung. Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Über 2 Milliarden Menschen haben keine Sanitäranlagen. Die Folgen sind fatal, denn 80% aller Krankheiten in Entwicklungsländern werden durch verschmutztes Wasser verursacht. So sterben pro Jahr über zwei Millionen Menschen an vermeidbaren Krankheiten.
Acht Ziele für eine gerechtere Welt
Angesichts dieser Situation haben die Vereinten Nationen bei ihrem Millenniumsgipfel im Jahr 2000 acht grundlegende Entwicklungsziele festgelegt. Bis 2015 soll der Anteil der Menschen halbiert werden, die von weniger als einem Euro täglich leben oder hungern. Alle Kinder sollen eine Grundschulausbildung bekommen. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren soll um 2/3 verringert werden. Frauen, die weltweit besonders von Armut betroffen sind, sollen bessere Bildungs- und Arbeitschancen erhalten. Die Sterblichkeitsrate von schwangeren Frauen und Wöchnerinnen soll um 3/4 gesenkt werden. Weitere große Zielsetzungen sind der Stopp bei der Ausbreitung von AIDS und Malaria und die Verbesserung der Lebensbedingungen von 100 Millionen Slum-Bewohnern. Zumindest die Hälfte der Menschen ohne Wasser- und Sanitärversorgung soll bis 2015 sauberes Trinkwasser und sichere Abwasserentsorgung bekommen. Zu guter Letzt sind auch die Industriestaaten gefordert, aktiv zur weltweiten Entwicklung beizutragen, wie Außenministerin Ferrero-Waldner erläutert: "Es geht um eine globale Partnerschaft von Industrie- und Entwicklungsländern auf allen Ebenen." Wichtige Elemente dabei sind Handelserleichterungen für die am wenigsten entwickelten Länder, Schuldenerlass für stark verschuldete arme Länder, die Nutzung von neuen Technologien und Medikamenten für Entwicklungsländer und mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit.
Vielfältiger österreichischer Beitrag
Österreich leistet einen vielfältigen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsziele, zum einen durch Budgeterhöhung, zum anderen durch konkrete Projektarbeit. Dazu Außenministerin Ferrero-Waldner: "2004 werden die Mittel für bilaterale Entwicklungszusammenarbeit um 30 Millionen Euro aufgestockt und erreichen damit einen neuen Höchststand. Bis 2006 werden wir die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit schrittweise auf 0,33% des Bruttonationalproduktes aufstocken." Das Geld wird gezielt in Programme zur Armutsbekämpfung in 20 Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika investiert. 13 dieser Länder liegen in Sub-Sahara Afrika, wo wirtschaftliche Stagnation, gewaltsame Konflikte und die katastrophalen Auswirkungen der AIDS-Pandemie das Leben der Menschen besonders erschweren. Hier leistet die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit konkrete Hilfe mit Projekten zur Wasser- und Sanitärversorgung, zur ländlichen Entwicklung und Ernährungssicherung und zur grundlegenden Gesundheitsversorgung. "Die Internationalen Entwicklungsziele sind wegweisend für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit. Alle unsere Projekte sind darauf ausgerichtet, möglichst direkt die Lage der Ärmsten zu verbessern", erläutert die Außenministerin. Als konkrete Beispiele nennt sie den Aufbau der Wasserversorgung von 35 Kleinstädten im Südwesten Ugandas, ein Programm zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbauern in Äthiopien oder den Aufbau der Energieversorgung in Bhutan durch Nutzung von Wasserkraft und Solartechnologie.
Entwicklungszusammenarbeit wirkt!
Angesichts der bedrückenden Armutszahlen appelliert die Außenministerin, nicht nur die negativen Fakten wahrzunehmen. Es habe in den letzten Jahren - nicht zuletzt dank der internationalen Entwicklungszusammenarbeit - viele Verbesserungen gegeben, die nicht übersehen werden dürfen. So seien Lebenserwartung, Pro-Kopf-Einkommen und Zugang zur Grundschulbildung in vielen Ländern gestiegen, beispielsweise in Uganda und Senegal. Ferrero-Waldner: "Entwicklungszusammenarbeit wirkt. Das sollten wir uns immer vor Augen halten - und gleichzeitig unsere Anstrengungen für eine gerechtere Welt weiter verstärken. Nur wenn sich Entwicklungsländer und Industrieländer gemeinsam der Verantwortung für die Armen stellen, können wir die acht Internationalen Entwicklungsziele erreichen." Ab November informiert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium daher in Kooperation mit österreichischen Medien über die acht Internationalen Entwicklungsziele.
Rückfragehinweis: Österreichische Entwicklungszusammenarbeit - Informationsbüro, Bettina Gusenbauer, Tel. 01/524 43 00-46, bettina.gusenbauer(at)trimedia.at
