Ferrero-Waldner ,,Andersartigkeit und Vielfalt keine Bedrohung, sondern potentielle Bereicherung"
03.06.2002
Ferrero-Waldner ,,Andersartigkeit und Vielfalt keine Bedrohung, sondern potentielle Bereicherung"
Wien, 3. Juni 2002 - Heute findet in Wien im Rahmen der Euro-Mediterranen Partnerschaft das eintägige Seminar ,,Dialog der Kulturen und Zivilisationen - Die Rolle der Medien" statt, zu dem Außenministerin Benita Ferrero-Waldner 67 international renommierte Experten aus 27 Staaten eingeladen hat. Als keynote-Redner der Außenministerin wird der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Boutros Boutros-Ghali eine Grundsatzreferat halten.
Die Euro-Mediterrane Partnerschaft (Euro-Med) wurde in Barcelona im Jahr 1995 begründet und umfasst neben den 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union 12 Staaten des Mittelmeerraumes und des Mittleren Ostens. Ziel dieser Partnerschaft ist es, ,,einen verstärkten politischen Dialog zu führen sowie die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit auszubauen". Dabei wird dem folgenden Leitsatz des - von den Vereinten Nationen initiierten - Dialogs der Zivilisationen ein wesentlicher Stellenwert eingeräumt: ,,Konflikte zwischen Kulturkreisen sind keineswegs unvermeidlich und Dialog kann einen wesentlichen Beitrag zur künftigen globalen Friedenssicherung leisten".
Ein vorrangiges Ziel der Konferenz besteht darin, den Dialog zwischen den Kulturen und Zivilisationen auf eine breitere Basis zu stellen. ,,Alle politischen und religiösen Bemühungen, den Dialog zwischen Kulturen und Zivilisationen zu fördern, müssen eine weitere Öffentlichkeit miteinbeziehen. Dialog und Verständigung müssen zwischen Menschen stattfinden, nicht nur zwischen Institutionen und deren Repräsentanten. Und genau das ist das Thema unseres Seminars", so die Außenministerin.
Wenn es darum geht, den Dialog an die Stelle der Konfrontation treten zu lassen, komme in den Augen von Ferrero-Waldner den Medien eine "überragende Bedeutung zu: Sind sie es doch, die diejenigen Begriffe und Bilder erzeugen und transportieren, die unsere Wahrnehmung der jeweils anderen Kulturen und Zivilisationen maßgeblich beeinflussen". Zuerst müsse es gelingen, das Bild zu vermitteln, dass ,,Andersartigkeit und Vielfalt keine Bedrohung, sondern eine potentielle Bereicherung" darstellen. Im weiteren sollen Maßnahmen und Aktivitäten definiert werden, wie abstrakte Begriffe wie Menschenrechte, Toleranz und Rücksicht auf ethnische und kulturelle Vielfalt vermittelt werden können. Besonders wichtig sei es , dass Medienvertreter, Journalisten und Schriftsteller diese Konzepte in einer solchen Weise aufbereiten, ,,dass Menschen dazu eine Beziehung herstellen können", erklärte die Außenministerin.
