Ferrero-Waldner zu Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg
28.08.2002
"Armutsbekämpfung ist Schlüssel zur globalen Nachhaltigkeit"
Wien, 28. August 2002 - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner nahm heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesminister Wilhelm Molterer und Bundesminister Martin Bartenstein zu den wichtigsten Aufgaben des Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung Stellung, der vom 26.8. bis 4.9.2002 in Johannesburg statt findet. Ferrero-Waldner wird kommende Woche an diesem Gipfel als Delegationsleiterin Österreichs teilnehmen und das österreichische Statement abgeben.
"In Johannesburg geht es um die Frage der Zukunft der Menschheit", so Ferrero-Waldner. Dabei bestehe eine Hauptbotschaft des Gipfels darin, dass eine Lösung der wichtigsten Zukunftsfragen wie Umweltschutz und Armutsbekämpfung nur in einem gesamthaften Ansatz, auf globaler Ebene und unter Einbeziehung aller Akteure, gelingen kann. Einen zentralen Stellenwert im globalen Prozess der Nachhaltigkeit komme dabei der Einbindung der Entwicklungsländer zu, in denen heute drei Viertel der Weltbevölkerung - rund 4,7 Milliarden Menschen - leben. Ferrero-Waldner: ,,Wir brauchen Entwicklungsländer als Partner in globalen Fragen wie Friedenssicherung, Umweltschutz und Massenmigration. Globale Verantwortung bedeutet Verantwortung für uns selbst!".
Als Beispiel für die Notwendigkeit eines gemeinsamen und globalen Ansatzes führte die Außenministerin die leidvolle Erfahrung des Jahrhunderthochwassers in Österreich an: Wissenschafter sehen im weltweiten durch CO2 Ausstoß herbeigeführten Klimawandel eine Ursache für das Auftreten von extremen Wetterverhältnissen, diesen globalen Klimaphänomenen könne Österreich jedoch nicht alleine begegnen. Ferrero-Waldner unterstrich dabei die permanent wachsende Bedeutung der Entwicklungsländer beim weltweiten CO2-Ausstoß. Obwohl in den letzten Jahren auch in den Entwicklungsländern das Bewusstsein für die Bedeutung des Umweltschutzes gewachsen sei, müssten arme Länder jedoch häufig andere politische Prioritäten setzen. ,,Armut ist daher ein wichtiger Faktor der Umweltzerstörung. Ein Wirtschaftswachstum, welches auf den Schutz und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen keine Rücksicht nimmt, ist jedoch kein Ausweg: die Probleme werden auf die nächste Generation verschoben, deren Entwicklungschancen zerstört werden. Umweltschutz verlangt daher Armutsbekämpfung und umgekehrt."
Aus diesem Grunde fließe die Auseinandersetzung mit Umweltaspekten in alle Bereiche der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit ein: neben systematisch durchgeführten Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen ,,Projekte mit Signalwirkung direkt auf eine Verbesserung der Umweltsituation abzielen". Einen wichtigen Fortschritt stellt dabei für die Außenministerin das im April des Jahres in Österreich in Kraft getretene Entwicklungszusammenarbeitsgesetz dar, das die zentralen Zielsetzungen Armutsbekämpfung, Friedenssicherung und Umweltschutz als die drei Säulen einer nachhaltigen Entwicklung der Dritten Welt definiert. ,,Entwicklungszusammenarbeit als soziale Verpflichtung und im wohlverstandenem Eigeninteresse lautet meine Devise", so die Außenministerin.
