Ferrero-Waldner führt Vorsitz im ,,Netzwerk für Menschliche Sicherheit"
28.08.2002
Schwerpunkte: Menschenrechtserziehung und Kinder in bewaffneten Konflikten
Wien, 28. August 2002 - Im Rahmen eines hochrangigen Planungstreffens an der Diplomatischen Akademie Wien erörterte heute Außenministerin Benita Ferrero-Waldner jene Initiativen, die sie während des österreichischen Vorsitzes im Netzwerk für Menschliche Sicherheit setzen möchte. Österreich hat mit Juli 2002 den Vorsitz im Netzwerk für Menschliche Sicherheit übernommen. Partner im Netzwerk sind neben Österreich Chile, Griechenland, Irland, Jordanien, Kanada, Mali, Norwegen, Schweiz, Slowenien, Südafrika (als Beobachter) und Thailand. Höhepunkt des österreichischen Vorsitzes wird ein Außenminister-Treffen der Partnerländer am 8. -10. Mai 2003 in der Menschenrechtshauptstadt Graz sein.
,,Das Netzwerk für menschliche Sicherheit ist die einzige überregionale Interessensgemeinschaft von Staaten, die im Rahmen internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen, gemeinsam Initiativen ergreifen", so Ferrero-Waldner. Kern des gemeinsamen Verständnisses sei der ,,people-centred approach" in Sicherheitsfragen, bei dem der Mensch, das Individuum und seine Sicherheit im Mittelpunkt stehen. Der Grund für diesen Politikansatz liege in der Erkenntnis, dass die Sicherheit von Menschen immer öfter durch Entwicklungen bedroht ist, die über staatliche Grenzen hinweg den einzelnen Menschen direkt betreffen.
Schwerpunktthemen des österreichischen Vorsitzes werden die weltweite Menschenrechtserziehung und die Problematik der Kinder in bewaffneten Konflikten sein. "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, an beide Themen so konkret und innovativ wie möglich heranzugehen und den politischen Mehrwert des Netzwerks in internationalen Foren zu demonstrieren", so Ferrero-Waldner. ,,Im Bereich der Menschenrechtserziehung planen wir ein global einsetzbares Ausbildungspaket in Form eines Basis-Handbuchs für Menschenrechtserziehung, das auf die Schulung von Ausbildern ausgerichtet sein soll. Die Arbeiten werden auf Expertenebene vom Europäischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (ETC) in Graz geleitet."
Bezug nehmend auf das Thema ,Kinder in bewaffneten Konflikten'' führte die Außenministerin weiter aus: ,,Es geht um Entführung, Verkauf, Ausnützung von oft lebensbedrohender Armut, also um Grundfragen menschlicher Sicherheit." Der Weltkindergipfel vom Mai 2002 in New York habe sich mit diesen Fragen eingehend auseinander gesetzt - in der Praxis seien sie aber noch weitgehend ungelöst. ,,Wir versuchen nun, die Netzwerk-Partner zu einer politischen Strategie zu motivieren. Diese soll Alarm-Funktion ausüben, kinderspezifisches Monitoring umfassen und auf die spezifische Problemstellung ,,girl-child" eingehen. Zu diesem Schwerpunktthema habe ich das Ludwig-Boltzmann Institut für Menschenrechte in Wien (BIM) als wissenschaftliche Führungseinrichtung bestimmt", so die Ministerin.
Bei der gemeinsamen Pressekonferenz drückten der slowenische Außenminister Dimitrij Rupel und der UNO-Sondergesandte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Olara Otunnu, ihre volle Unterstützung für die beiden Schwerpunktthemen des österreichischen Vorsitzes aus. Slowenien hat selbst vor nicht allzu langer Zeit den Krieg erlebt und hat nun spezielle Institutionen zur Unterstützung von Kindern geschaffen. Olara Otunnu wies eindringlich darauf hin, dass Kinder immer an erster Stelle und im größten Ausmaß unter Kriegen zu leiden haben.
