Ferrero-Waldner eröffnet die Botschafterkonferenz in Wien
03.09.2002
Wien, 2. September 2002 - "Die Welt verändert sich. Die Außenpolitik muss sich auf diese Veränderungen einstellen: Globalisierung, neuartige Technologien, eine Vielzahl von Akteuren auf internationaler Ebene, eine durch das Internet vernetzte Zivilgesellschaft, transnational operierende NGOs und Medien, aber auch neue Gefahren wie Terrornetze, Drogen- und Menschenhandel stellen uns vor neue Herausforderungen." Mit diesen Gedanken eröffnete Außenministerin Benita Ferrero-Waldner heute die diesjährige Konferenz der Botschafter Österreichs.
Durch die wachsende Verflechtung aller Lebensbereiche werde die Koordinationsfunktion der Außenpolitik immer wichtiger. "Außenpolitik braucht mehr denn je eine feste Wertebasis, professionelle Analyse, ein dichtes Netz an weltweiten Kontakten, einsatzbereite Diplomaten, klare Konzepte, ein hohes Maß an Operationalität zur Umsetzung - und vor allem Orientierung."
Die Ministerin dankte allen Amtsleitern, Missionschefs und Mitarbeitern des Ministeriums für ihren vorbildlichen Einsatz unter schwierigen Rahmenbedingungen. "Ich bin mir der zusätzlichen Aktivitäten, Koordinierungsverantwortung und dem steigenden Arbeitsaufwand für das Außenministerium und seine Vertretungsbehörden bewusst. Besonders für die kleineren Vertretungsbehörden sind die tiefen Einschnitte in die Personalstruktur infolge der Sparmaßnahmen schmerzhaft. Das Korsett wird immer enger, obwohl die Anforderungen zu steigen scheinen. Prioritätensetzung und Flexibilität in den Arbeitsmethoden werden daher immer wichtiger werden", so Ferrero-Waldner.
In der Folge gab die Außenministerin eine Orientierung hinsichtlich aktueller außenpolitischer Fragen, wobei sie u.a. auf den Weltgipfel in Johannesburg und den Kampf gegen den Terror näher einging. In Fragen der nachhaltigen Entwicklung spiele Österreich eine konstruktive Rolle. "Österreich wird sich ganz besonders in Fragen einbringen, wo wir Expertise haben - beispielsweise Wasserwirtschaft oder alternative Energien", so die Ministerin. "Wir treten für ein klares und durchsetzbares Aktionsprogramm ein. Die Zeit der Umsetzung schon bestehender Beschlüsse ist gekommen. Die weltweiten Umweltkatastrophen sollen uns ein "wake-up call" sein."
Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terror und die Krise in Afghanistan sei Zentralasien ins Zentrum der Weltaufmerksamkeit gerückt. "Für Österreich sind Zentralasien und der Kaukasus schon seit dem OSZE-Vorsitz im Jahr 2000 eine Priorität. Damals waren wir die ersten, die auf Probleme und Krisen in diesen Regionen hingewiesen haben. Heute hat Österreich dort daher sehr viel "good will" und fördert aktiv die Dialogbereitschaft unter den Staaten der Region", so die Außenministerin.
Ferrero-Waldner sieht im Kampf gegen den Terror eine Chance für die Aufwertung der in Wien ansässigen Einheiten der Vereinten Nationen durch ihr Mandat zur technischen Hilfestellung bei der Umsetzung ("Office for Drug Control and Crime Prevention" und "Center for International Crime Prevention"). "Wir setzen uns klar für die Stärkung des Amtsitzes Wien ein. Tatsächlich ist ja auch bereits ein Aufstockung der Wiener Einheiten erfolgt."
