Voller Erfolg des Salzburger ,,Dialogs unter den Zivilisationen"
28.08.2001
Teilnehmer befürworten Fortsetzung dieses Dialoges von historischer Bedeutung
Fuschl, 28. August 2001 - Angesichts der grundlegenden und langfristigen Bedeutung der Thematik des ,,Dialoges unter den Zivilisationen" haben die Dialogteilnehmer heute die Notwendigkeit der Weiterführung des Dialoges hervorgehoben und regten der Co-Gastgeberin Außenministerin Benita Ferrero-Waldner gegenüber mehrfach eine Fortführung dieses Runden Tisches in Salzburg an.
Das Ergebnis der heutigen Tagung wurde von den Tagungsteilnehmer wie folgt zusammengefasst:
Salzburger Reflexionen
Salzburger ,,Dialog unter den Zivilisationen"
(28. August 2001)
Der Salzburger ,,Dialog unter den Zivilisationen" fand im Rahmen des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Jahres des Dialogs unter den Zivilisationen statt. Teilnehmer aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Hintergründen kamen zusammen, um das Potential des Dialoges unter den Zivilisationen als neues Paradigma der internationalen Beziehungen zu diskutieren. Die Resultate dieser Diskussionen werden in die Arbeiten der Vereinten Nationen zu diesem Thema einfließen und in einer Sondersitzung der Generalversammlung am 3. und 4. Dezember diskutiert werden.
Im Zuge der Diskussionen kamen folgende Überlegungen zur Sprache:
Da die Realität einer immer stärker von wechselseitigen Abhängigkeiten gekennzeichneten Welt uns immer näher zusammenbringt, muss es uns gelingen besser mit Vielfalt umzugehen.
Wissenschaft, Technologie, Kommunikation, Migration, Handel, Finanzen und auch Krankheiten kennen immer weniger Grenzen und beeinflussen die Gesellschaft in einer noch nie da gewesenen Weise, während Kultur und Religion sich wieder hin zu gewichtigen Triebkräften der politischen Ausgestaltung unserer Welt entwickeln.
Globalisierung und Lokalisierung sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille, doch es bedarf des Dialoges, um eine Konfrontation zwischen beiden zu vermeiden. Dialog setzt ein Umdenken voraus, dessen Grundlage Vertauen sein muss. Die Zivilisationen sind in unserem gemeinsamen Wertekanon und in unserem Streben nach Frieden, Gerechtigkeit, Partnerschaft und Wahrheit verankert.
Es ist uns bewusst, dass im Laufe der Geschichte der Menschheit eine Unzahl von Mauern errichtet wurde, zu viele davon in der jüngsten Vergangenheit. Die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe, Religion und Kultur wurden unzählige Male als Vorwand für Feindschaft und Kriege missbraucht.
Vertrauen lässt sich am besten durch gemeinsames Überbrücken von Unterscheiden aufbauen. Wir orten eine wachsende Konfliktverdrossenheit und Gewaltmüdigkeit. Die Menschen sehnen sich allerorts immer stärker nach Solidarität. Die internationalen Institutionen konnten hier schon viel erreichen, doch es muss noch viel mehr getan werden.
Die neuen Helden dieses Dialoges werden anders aussehen als unsere Helden der Vergangenheit. Es werden Menschen sein, die bereit sind, ihre Hand auszustrecken und ihren Mitmenschen zu reichen, die bereit sind ihrem Gegenüber zuzuhören, das, was uns verbindet zu nützen und unseren Glauben an die Menschheit und Gemeinsamkeit in uns allen zu stärken.
Was wir den kommenden Generationen weitergeben können ist daher der Wille und die Bereitschaft, voneinander zu lernen und keine Angst vor Vielfalt zu haben. Künftige Generationen werden die Zeugen einer erfolgreichen Umsetzung der Politik des Dialogs sein und deren Früchte ernten. Bei uns aber liegt es, die Saat dafür zu säen.
Der Ruf nach einem Dialog unter den Zivilisationen kommt von den Menschen, die diese Herausforderung der Governance durch Einbindung aller annehmen möchten.
"Krieg beginnt in den Köpfen derer, die Vielfalt als Bedrohung empfinden" (John Hume).
"Frieden beginnt in den Köpfen derer, die Vielfalt als Mittel für positive Entwicklung und Wachstum begreifen" (Kofi Annan).
