Österreichischer Diplomat übernimmt Schlüsselrolle bei UNO-Terrorismusbekämpfung
08.10.2001
New York, 8. Oktober 2001 - Das für Rechtsfragen zuständige 6. Komitee der UN-Generalversammlung wählte am 8. Oktober den Botschaftsrat an der österreichischen UN-Vertretung Dr. Alexander Marschik zu seinem Vize-Vorsitzenden. Dr. Marschik bekam die aus aktuellen Gründen besonders wichtige Zuständigkeit für Terrorismusbekämpfung übertragen.
In ihrer Terrorismus-Debatte der Vorwoche forderte die Generalversammlung unter anderem rasche Schritte zur Erarbeitung internationaler Verträge gegen den Terrorismus. Das Rechtskomitee befasst sich bereits seit einiger Zeit mit einem umfassenden Abkommen zur Terrorismusbekämpfung und mit einem Abkommen zur Verhinderung von nuklearem Terrorismus. Marschik übernimmt die Verantwortung, dass das 6. Komitee binnen eines Monats über konkrete Fortschritte an die Generalversammlung berichtet. Diese wird das Thema anschließend in der Generaldebatte der Außenminister behandeln, die für den 10. bis 16. November angesetzt ist.
Ein weiteres Thema, das von Marschik betreut wird, betrifft das Klonen von Menschen. Deutschland und Frankreich haben in den Vereinten Nationen eine gemeinsame Initiative zur Verhinderung des Klonens von Menschen für reproduktive Zwecke eingebracht. Das 6. Komitee soll noch vor Jahresende die notwendigen Entscheidungen treffen, damit schon nächstes Jahr Verhandlungen über ein internationales Abkommen zu diesem aktuellen Thema aufgenommen werden können.
Mit einer schwierigen Debatte rechnet Marschik auch zur Frage der zukünftigen Rolle des Internationalen Strafgerichtshofs. Dieser wird voraussichtlich schon nächstes Jahr seine Tätigkeit aufnehmen. Weitere wichtige Themen des Komitees betreffen UN-Sanktionen, internationales Handelsrecht und die Verantwortlichkeit von Staaten.
Alexander Marschik ist der erste Österreicher seit 1989, der eine Leitungsfunktion im 6. Komitee übernimmt. Die Wahl des österreichischen Diplomaten stellt auch eine Anerkennung für die Rolle Österreichs als traditionelle Hochburg des Völkerrechts dar.
Vor seinem Wechsel ins Außenministerium arbeitete Dr. Marschik als Assistent am Institut für Völkerrecht der Universität Wien. Während der österreichischen EU-Präsidentschaft war er Referatsleiter in der EU-Sektion des Außenministeriums. Seit 1999 ist er an der Österreichischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York mit Rechtsfragen und politischen Angelegenheiten betraut.
