Ferrero-Waldner traf libyschen Parlamentspräsidenten Mohamed el Zenati
17.09.2001
Außenministerin plädiert für maßvolles Vorgehen und für Dialog in Nahost
Wien, 17. September 2001 - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner traf heute in Wien mit dem libyschen Parlamentspräsidenten Mohamed el Zenati zu einem Gespräch zusammen. Zenati befindet sich auf Einladung von Nationalratspräsident Fischer zu einem seit längerem geplanten Besuch in Wien.
Im Zentrum der Gespräche standen die Terroranschläge in den USA. Ferrero-Waldner bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass nun die internationale Zusammenarbeit und Entschlossenheit mehr denn je gefragt sei.
Ferrero-Waldner ließ in dem Gespräch keinen Zweifel daran, dass Österreich mit den USA in dieser schwierigen Zeit voll und ganz solidarisch ist und verwies auf die klare Positionierung der Europäischen Union und den Beschluss des UNO-Sicherheitsrates, dass mit allen notwendigen Mitteln gehandelt werden kann. Gleichzeitig plädierte Ferrero-Waldner aber für ein gerechtes und maßvolles Vorgehen. ,,In einer Zeit, in der alles in Bewegung ist kommt es darauf an, die richtige Richtung einzuschlagen. Nur so werden wir den Terrorismus auch an der Wurzel bekämpfen können", sagte die Außenministerin.
Die Außenministerin plädierte in den Gespräch auch für konkrete gemeinsame Anstrengungen für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts und für ein baldiges Treffen der Konfliktparteien auf höchster Ebene. ,,Was wir nun brauchen ist eine Zusammenarbeit in allen internationalen Foren im Sinne einer Menschheitsfamilie der ganzen Welt gegen den massenmörderischen Terror, gegen Hass und Destabilisierung. Wenn uns heute Gefahren und Entwicklungen ganz neuer Art bedrohen, so sollten wir wissen, dass das ebenso wenig ,,das Ende" bedeutet wie andere schwere Ereignisse vorher. Solange wir alle auf unser Gewissen hören und zusammenstehen, werden wir die zerstörenden Kräfte des Terrors auch gemeinsam besiegen können," so Ferrero-Waldner.
Mohamed el Zenati betonte in dem Gespräch, dass Österreich das erste Land der Europäischen Union sei, das er im Auftrag von Revolutionsführer Muammar el Gaddafi besuche. Er informierte die Außenministerin über die Reaktion seines Landes auf die Terroraktionen in den USA und verwies darauf, dass Gadaffi die terroristischen Angriffe ausdrücklich verurteilt habe, gleichzeitig aber auch seine Sorge über eine mögliche Eskalation der Gewalt zum Ausdruck gebracht habe.
