Ferrero-Waldner in Paris: Gespräch mit dem französischen Außenminister
24.10.2001
Kampf gegen Terror, Naher Osten und EU-Erweiterung als Zentrale Themen
Wien, 24. Oktober 2001 - ,,Die Ereignisse vom 11. September und die daraus resultierenden Konsequenzen für die ganze Welt haben auch Konsultationen zwischen europäischen Partnern noch wichtiger gemacht. Dank der Zusammenarbeit innerhalb der EU konnten wir rasch Antworten auf die Tragödie geben", so Außenministerin Benita Ferrero-Waldner heute anlässlich ihres Gesprächs mit dem französischen Außenminister Hubert Védrine in Paris. Bezugnehmend auf das Buch des französischen Außenministers über Frankreich im Zeitalter der Globalisierung hält Ferrero-Waldner fest: ,,Wir sind momentan auf schreckliche Weise konfrontiert mit einem äußerst negativen Aspekt der Globalisierung. Kein Staat, auch nicht die ,Supermacht'' USA, kann sich heute mehr als Insel der absoluten Sicherheit betrachten." Für die Außenministerin sind daher globale Vorbeugungsmaßnahmen gegen terroristische Aktionen und das Erarbeiten einer gemeinsamen Strategie im Kampf gegen den Terrorismus essentiell. Dies beinhalte auch ein Überdenken der Bedeutung von Gesellschaftsentwicklung und verstärktes ,state building'' als Voraussetzung für Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung. Bei der Annahme und Umsetzung von Maßnahmen komme es darauf an, die liberalen, europäischen Werte auf dem Gebiet der Menschenrechte zu beachten und zu erhalten.
Weitere wichtige Themen beim Gespräch zwischen den beiden Außenministern waren die Lage im Nahen Osten und die EU-Erweiterung. ,,Ich hoffe, dass sich die USA nach den jüngsten Ereignissen noch mehr für eine Lösung im Nahen Osten einsetzen werden", so die Außenministerin. ,,Die Europäische Union sollte die Chance nutzen, um die USA von der Notwendigkeit und den Vorteilen einer engen, konstruktiven Zusammenarbeit mit der Union zu überzeugen." Einziges Mittel für eine dauerhafte und friedliche Lösung im Nahen Osten ist für Ferrero-Waldner die Rückkehr zum Verhandlungstisch. Die Außenministerin zeigte sich zufrieden, dass sich die Verhandlungen zur Erweiterung der Europäischen Union ,auf gutem Wege'' befinden. Jetzt komme es darauf an, diese Dynamik beizubehalten. Gleichzeitig müsse man auch weiterhin auf ein Gleichgewicht zwischen Qualität und Schnelligkeit achten.
