Wissenschaft und Forschung
Die Ausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung betrugen 2009 7,4 Milliarden. Euro. Die Forschungsausgaben entsprechen damit einem Anteil von annähernd 2,8 % am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Gegenüber den Vorjahren kann eine Erhöhung der Forschungsausgaben festgestellt werden. Österreich liegt somit im europäischen Spitzenfeld. Die Forschungsförderung erfolgt insbesondere durch die Privatwirtschaft (46,7%), den öffentlichen Sektor (37,4%) sowie ausländischer Forschungsunterstützung.
Österreich erkennt insbesondere das zur Umsetzung der Lissabon-Strategie initiierte -7.Rahmenprogramm (2007-2013) als neue Chance um Forschung und Entwicklung auf europäischer Ebene zu fördern. Neben dem veranschlagten Budget von 50,6 Millionen Euro sollen darüber hinaus auch private Investoren Forschung und Entwicklung unterstützen. Hierbei geht es insbesondere um Themen, die sich neuen gesellschaftlichen und umweltspezifischen Herausforderungen stellen (Klima- und Umweltschutz,Verkehr, Information- und Kommunikation), aber auch neuen Forschungstrends (Nanotechnologie, Strahlenschutz). Eine Zusammenarbeit der Wissenschaftler und Institutionen auf europäischer Ebene dient dem Erfahrungsaustausch und der Effizienz. Es ist daher im Interesse Österreichs eine solche wissenschaftliche Kooperation auf europäischer Ebene zu unterstützen.
Die Forschungspolitik unterscheidet zwischen wissenschaftsbezogener und wirtschaftsorientierter Forschung. Stätten der wissenschaftsbezogenen Forschung sind: Universitäten und Hochschulen, die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die Institute der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, die höheren technischen Lehranstalten sowie andere staatliche und private Forschungseinrichtungen. Träger der wirtschaftsorientierten Forschung sind: Österreichische Unternehmungen sowie private und staatliche Forschungseinrichtungen für ganze Wirtschaftszweige.
Die Vernetzung mit europäischen Partnern und der zielgerichtete Ausbau von Kompetenzclustern, der Ausbau der Programmförderung durch Einrichtung themenzentrierter nationaler Forschungsprogramme in Abstimmung mit laufenden EU-Programmen bzw. zur Vorbereitung auf das in Ausarbeitung befindliche neue Rahmenprogramm sind vorrangige Ziele der Bundesregierung im Bereich Forschung und Technologie. Dabei stellen Bio- und Gentechnologie neben anderen Fachgebieten einen wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt dar. Der Ausbau der Qualifikationen für den Informations- und Telekommunikationsbereich wird im europäischen Kontext (e-Europe) durch ein spezifisch österreichisches Programm "e-Austria" mit Nachdruck verfolgt. Die Intensivierung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit soll zum Abbau von Wissenschaftsskepsis beitragen; ein spezielles Programm wird dafür ausgearbeitet.
Die Schwerpunkte der internationalen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit Österreichs bestehen in der Kooperation mit der EU. Ein wichtiges Anliegen österreichischer Forschungskooperation ist auch die Zusammenarbeit mit den Ländern Zentral- und Osteuropas im Hinblick auf die EU-Erweiterung.
Weiters beteiligt sich Österreich u.a. an den Aktivitäten des Europarats, der ESA (European Space Agency), des CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire), des EMBL (Europäisches Molekular-Biologisches Laboratorium), der OECD und der UNESCO.
Österreich hat 22 Universitäten und Hochschulen, 18 Fachhochschulen und 11 Privatuniversitäten. Als zweitälteste Hochschule im europäischen Raum kann die Universität Wien (1365) auf eine langjährige wissenschaftliche Tradition zurückblicken. Im Jahr 2010/2011 gab es rund 350.000 Studierende im Hochschulsektor, wovon 284.085 an öffentlichen Universitäten, 38.459 an Fachhochschulen, 6.301 an Privatuniversitäten und 4.985 an sonstigen Bildungseinrichtungen studierten.
Sechzehn Österreicher erhielten Nobelpreise, u.a. 1927 Julius Wagner-Jauregg (Paralysetherapie), 1945 Wolfgang Pauli ("Paulisches Prinzip" in der Quantentheorie), 1973 Karl von Frisch und Konrad Lorenz (Verhaltensforschung) und 1974 Friedrich A. von Hayek (Geld- und Konjunkturtheorie).
