Madagaskar (de)
- Hauptstadt:
- Antananarivo
- Int. Kennzeichen:
- MG
- Sprache
- Französisch und Malagasy; weitere einheimische Sprachen
- Währung:
- 1 Madagaskar - Ariary (MGA , seit 01.01.2005), ersetzte den Madagaskar-Franc (MGF) im Verhältnis 5 MGF = 1 MGA
- Zeitdifferenz zu MEZ:
- +2 h
- Zeitdifferenz zu MESZ:
- +2 h
- Elektrischer Strom:
- 220 Volt
Hinweis
( Unverändert gültig seit: 10.02.2012)
Besondere Hinweise
Sicherheit
Erhöhtes Sicherheitsrisiko
Bei Reisen nach Madagaskar wird auf die erhöhte Sicherheitsgefährdung hingewiesen. Nach der Regierungsumbildung in Madagaskar hat sich die Lage bezüglich der gewalttätigen Ausschreitungen, die seit Jänner 2009 stattfanden, weitestgehend entspannt.
Die Kriminalität steigt jedoch in den großen Ballungsgebieten mit Fällen von Raubüberfällen mit großer Ge- walttätigkeit und zahlreichen Taschendiebstählen. Größte Aufmerksamkeit ist geboten, selbst tagsüber. Es wird strikt angeraten, Autotüren und -fenster tagsüber wie auch nachts fest verschlossen zu halten, dies insbesondere in der Hauptstadt. Von Reisen innerhalb Madagaskars nach Anbruch der Dunkelheit wird generell strikt abgeraten.
Für individuelle Reisen sollten entsprechende Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden. Im Hinblick auf die unzureichende Infrastruktur (schlechte Straßen, mangelhafte Nachrichtenverbindungen) sollten ungeführte Reisen ins Landesinnere sorgfältig vorbereitet werden und darauf geachtet werden, die Etappenziele jedenfalls vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Dies gilt besonders für die Regenzeit (siehe Klima), während der sich Überlandfahrten aufgrund heftiger Regenfälle besonders schwierig gestalten können.
Weiterhin besteht ein erhöhtes Sicherheitsrisiko durch Naturkatastrophen zwischen Jänner und April (siehe Klima). Der Zyklon „Jade“ hat zwischen 6. und 8. April 2009 Madagaskar heimgesucht und mindestens acht Menschenleben gefordert und mehr als 3.000 Menschen obdachlos gemacht.
Bei der Versorgung mit Gütern für den täglichen Gebrauch (Treibstoff, Medikamente etc.) kann es über Land gelegentlich noch zu Engpässen kommen. Bei der Ankunft am Flughafen wird vermehrte Vorsicht und Aufmerksamkeit empfohlen. Reisende sollten nur die Dienste seriöser Reisebüros annehmen und auf keinem Fall sich anbietenden unbekannten „Helfern“ Bargeld, Schecks, Personalpapiere oder Flug- tickets anvertrauen. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte von Spaziergängen insbesondere in schlecht beleuchteten städtischen Gebieten, ob allein oder in kleinen Gruppen, abgesehen werden. Auch tags- über ist Vorsicht geboten. In den Nationalparks kommt es vereinzelt zu bewaffneten Raubüberfällen. Es wird daher geraten, vor derartigen Ausflügen Rücksprache mit dem Reiseveranstalter oder der Parkver- waltung zu halten.
Touristen sollten sich unauffällig kleiden und verhalten. Größere Summen Bargeld, Reisepass (nur Fotokopie mitnehmen) und Wertgegenstände sollten im Hotelsafe deponiert werden.
Überfälle von Piraten aus Somalia können auch in den Gewässern um die Seychellen und Madagaskar, sowie vor Kenia und Tansania nicht ausgeschlossen werden. Für aktuelle Informationen wird auf das IMB Piracy Reporting Centre verwiesen.
Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein. In diesem Fall wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheits- lage vor Ort genauestens zu informieren und diese gegebenenfalls während des Aufenthaltes regel- mäßig zu überprüfen.
Einreise
- Visumspflicht: Ja, für Gewöhnliche, Dienst- und Diplomatenpässe
- Visum erhältlich: Honorarkonsulat der Republik Madagaskar in Wien oder bei der Einreise
- Reisedokumente: Reisepass
- Passgültigkeit: Der Reisepass muss bei der Einreise mindestens noch 6 Monate gültig sein.
- Miteintragung von Kindern: wird akzeptiert. Kindermiteintragungen in österreichischen Reisepässen verlieren ab 15. Juni 2012 automatisch ihre Gültigkeit. Es wird dringend empfohlen für Kinder schon jetzt einen eigenen Reisepass ausstellen zu lassen.
- Cremefarbiger Notpass: wird akzeptiert
- Sonstiges: Reisende müssen ihre Wiederausreise (Rückflug- oder Weiterreiseticket) nachweisen können.
Visainformation des Honorarkonsulats der Republik Madagaskar in Wien:
Nach einer Einzelfallprüfung werden verschiedene Visatypen angeboten:
„Visa non transformable": Visum für einen Kurzaufenthalt unter 3 Monaten, nicht umwandelbar (Tourismus, Konferenzen und Seminare, familiäre Anlässe, sportliche, kulturelle oder religiöse Veranstaltungen, medizinische Besuche, Wissenschaft und Forschung, Schifffahrten, Filme/Dreharbeiten, Kreuzfahrten, Geschäftsreisen, Kurzzeitpraktika, Höflichkeitsbesuche)
„Visa transformable": Visum für Einwanderer: einmonatiges Visum, umwandelbar in ein Visum für einen längeren Aufenthalt: Angestellte, religiöse Berufe, Seeleute, Familienzusammenführung, Gebürtige (d. h. in Madagaskar geborene Ausländer), Studenten, Praktikanten, wissenschaftliche Forschung, Investoren (Unternehmen und selbstständig tätige Personen).
Benötigte Unterlagen für einen Visumsantrag:
- Zwei ausgefüllte und persönlich vom Antragssteller unterschriebene Antragsformulare (Unter- schrift identisch mit jener im Pass) Visa-Antrag als PDF downloaden
- Zwei aktuelle Passbilder im Format 3,5 cm x 4,5 cm als Fotoabzug - kopierte oder eingescannte Bilder sind nicht zulässig - (im Pass der Eltern eingetragene reisende Kinder benötigen eben- falls zwei Bilder je Kind)
- Kopie des Flugtickets für Hin- und Rückreise oder eine Buchungsbestätigung mit den Flugdaten vom Reisebüro
- Reisepass mit einer Gültigkeit von mindestens sechs Monaten
- Zusätzliche Unterlagen für jeden Antrag Anhang I
- „Visa tranformable": einmonatiges Visum, umwandelbar in ein Visum für einen längeren Aufent- halt: Anhang II
Visagebühren:
· Visum für einen Aufenthalt von einem Monat oder weniger: € 0,00
· Visum für einen Aufenthalt von mehr als einem Monat bis zu zwei Monaten oder weniger: € 68,00
· Visum für einen Aufenthalt von mehr als zwei Monaten bis zu drei Monaten oder weniger: € 96,00
· Ein „visa d'un mois transformable" (einmonatiges verlängerbares Visum) oder mehrere Einreisen: € 100,00
Die Zahlung ist beim Konsulat, wo der Antrag auf ein „visa non transformable" (Visum, das nicht umgewandelt werden kann) abgegeben worden ist, zu tätigen.
Für einen Antrag auf ein „visa transformable" von Antragstellern mit Wohnsitz in Österreich müssen die Visagebühren zuzüglich 5 Euro für den Rückversand des Visums gezahlt werden (ausländische frankierte Rückumschläge werden von der Deutschen Post nicht angenommen).
Die Gebühr kann, mindestens eine Woche vor Antragsabgabe, auf folgendes Konto überwiesen werden:
Deutsche Bank AG, Berlin
Kontonummer: 0669150
BLZ: 100 700 00
IBAN: DE76 1007 0000 0066 9150 00
BIC CODE: DEUTDEBBXXX
Hinweise:
Die Ausstellung des Visums bedingt die Abgabe der vollständigen Unterlagen und die Zahlung der Gebühren. Wird die eine oder andere Verpflichtung nicht erfüllt, führt dies zur Ablehnung des Antrags. Ein Kurzzeitvisum ist nicht in ein Langzeitvisum umtauschbar bzw. änderbar. Die Botschaft behält sich das Recht vor, eine persönliche Vorsprache jedes Antragstellers zu fordern und zusätzliche Unterlagen zu verlangen. Das „Visa d'un mois transformable" (einmonatiges verlängerbares Visum) kann weder am Flughafen noch am Hafen ausgestellt werden. Dieses Visum kann im Polizeirevier bis zu 3 Monate verlängert werden. Auch Ausländer, die eine Person mit madagassischer Staatsangehörigkeit heiraten, sind verpflichtet, einen gesonderten Antrag mit Angabe des Ehestandes zu stellen. Ihr Aufenthaltsrecht erlischt automatisch mit Ablauf der Aufenthaltsgenehmigung.
Weitere Informationen erteilten die für Österreich zuständigen madagassischen Vertretungsbehörden.
Einfuhr
Die Einfuhr der Landeswährung ist bis zu einem Betrag von MAG 400.000,--, die Mitnahme von Fremd- währung unbegrenzt erlaubt. Es empfiehlt sich die Mitnahme von Euro oder US Dollar. Devisen ab 7.500 Euro müssen deklariert werden. Reiseschecks werden akzeptiert, größere Banken akzeptieren Kredit- karten. Gegenstände für den persönlichen Bedarf können zollfrei eingeführt werden (dazu gehören auch wahlweise 500 Zigaretten, 50 Zigarren, 500 Gramm Tabak sowie 1 Liter Alkohol). Die Einfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten. Wertvolle elektronische Geräte (Videokameras) müssen bei der Einreise deklariert werden. Parfum darf ohne Genehmigung nicht importiert werden, ebenso wenig Gemüse, Fleisch und Wurst (selbst in kleinsten Mengen).
Ausfuhr
Die Ausfuhr der Landeswährung über einen Betrag von MAG 400.000,-- ist verboten, die Mitnahme von Fremdwährung ist bis zum bei der Einreise deklarierten Betrag erlaubt. Für die Ausfuhr von Holz- schnitzereien und Produkten aus Edel- und Halbedelsteinen kann ein Ausfuhrzertifikat verlangt werden. Händler stellen dies meist nur auf Verlangen aus. Vereinzelt sind Ausfuhrzölle auf Vanille zu entrichten.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Klima
Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trocken- zeit. Die Regenzeit dauert von November bis März, wobei im November u. Dezember die Niederschläge meist am Abend fallen, Höhepunkt der Regenzeit ist Jänner bis April. In diesem Zeitraum kann Mada- gaskar von heftigen tropischen Zyklonen heimgesucht werden, die beträchtliche Schäden verursachen und Todesopfer fordern. Solche Zyklone berühren in der Regel in erster Linie die Ost-Küste des Landes, jedoch auch den Norden der Insel und Nosy be, und können Madagaskar nach einer Drehung über dem Kanal von Mosambik von Osten nach Westen oder von Westen nach Osten überqueren, und die Städte im Süden wie Tulear oder Fort Dauphin erreichen.
Der Zyklon „Jade“ hat zwischen 6. und 8. April 2009 Madagaskar heimgesucht und mindestens acht Menschenleben gefordert und mehr als 3.000 Menschen obdachlos gemacht.
Ratschläge
Vor allem in der Eingewöhnungsphase sollten größere Belastungen des Körpers vermieden werden. Außerdem ist speziell in der heißen Jahreszeit auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Man sollte eher leichte Kost zu sich nehmen und fette Speisen vermeiden; übermäßiger Alkoholgenuss setzt die ohnehin geminderte Leistungsfähigkeit des Körpers weiter herab.
Gesundheit
Die sanitären und hygienischen Verhältnisse entsprechen nicht dem europäischen Standard. Vor allem im Landesinneren verfügen Krankenhäuser nur über veraltetes Gerät, die Versorgung mit Medikamen- ten ist schlecht. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen.
Impfungen
Bei der Einreise sind keine Impfungen vorgeschrieben, außer bei der Einreise über ein Gelbfieber- infektionsgebiet (ansonsten nicht notwendig). Abgesehen von einem Basisschutzprogramm für alle Reisenden (Diphtherie/Tetanus/Polio, Hepatitis A & B, Typhus), empfiehlt das Institut für Reisemedizin Wien (Tel. 01/ 403 83 43) jedoch für Rundreisende und Individualtouristen sowie bei längeren Aufent- halten eine vorbeugende Impfung gegen Cholera, für Individualtouristen und bei längeren Aufenthalten zusätzlich gegen Tollwut. Malariaprophylaxe für das ganze Land wird angeraten.
Vorsicht
Im Allgemeinen genügt die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen. Vorsicht ist beim Genuß von rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte nicht getrunken werden.
Versicherung
Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Der Abschluss einer Zusatzversiche- rung für den Krankheitsfall und Krankentransport wird nahegelegt. Dies gilt vor allem auch für Kranken- transportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden.
Verkehr
In den Städten stehen Taxis (frei vereinbarte Tarife) zur Verfügung. Mietautos sollten wegen der unüber- sichtlichen Orientierung in Antananarivo nur mit Chauffeur genommen werden. Für Mietwagen genügt der österreichische Führerschein.
Allradfahrzeuge werden in der Hauptstadt als auch im Überlandverkehr nur mit Fahrer vermietet. Für Touristen und andere Kurzzeitaufenthalte wird ein internationaler Führerschein verlangt, der nur in Verbindung mit der österreichischen Fahrerlaubnis gültig ist. Österreichische Staatsbürger, die eine Aufenthaltsbewilligung für Madagaskar erhalten haben, können ihren österreichischen Führerschein ohne Prüfung umschreiben lassen und erhalten gegen Gebühr einen lokalen Führerschein.
Bei Autofahrten mit dem eigenen PKW sind die o.a. Führerscheine und die Zulassung mitzuführen, weiters ist eine Zolldeklaration und Hinterlegung notwendig. Eine Haftpflichtversicherung muss an der Grenze abgeschlossen werden.
Besondere rechtliche Bestimmungen - Sonstiges
In Madagaskar gilt Homosexualität unter Erwachsenen zwar als legal, dennoch wird in der Öffentlichkeit Vorsicht angeraten: Sexuelle Handlungen (hetero- und homosexuell) in der Öffentlichkeit sind strafbar ("grob unanständige Handlung" bzw. Erregung öffentlichen Ärgernisses"). Gleichgeschlechtliche Handlungen mit minderjährigen Personen unter 21 Jahren werden jedoch mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis fünf Jahren und einer Geldstrafe geahndet, heterosexuelle Handlungen mit Personen über 14 und unter 21 Jahren sind dagegen nur dann mit einer Strafe bedroht, wenn sie von Blutsverwandten in auf- steigender Linie begangen werden. Hinsichtlich des Zusammenwohnens unverheirateter Paare sind keine Erfahrungswerte, jedoch auch keine Probleme bekannt.
Die sexuelle Ausbeutung von Kindern, auch wenn sie im Ausland begangen wird, ist strafbar und wird rechtlich in Österreich verfolgt (siehe "Kindesmissbrauch im Zusammenhang mit Tourismus").
Das Außenministerium weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine Gewähr für die Voll- ständigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt.
