Bolivien (de)
- Hauptstadt:
- Sucre (Hauptstadt), La Paz (Regierungssitz)
- Int. Kennzeichen:
- BO
- Sprache
- Spanisch
- Gängige Fremdsprachen:
- Englisch
- Währung:
- 1 Boliviano (Bs) = 100 Centavos
- Zeitdifferenz zu MEZ:
- -5 h
- Zeitdifferenz zu MESZ:
- -6 h
- Elektrischer Strom:
- In La Paz 110 Volt oder 220 Volt, 50 Hertz, außerhalb durchgehend 220 Volt, 50 Hertz; amerikanische Steckerformen (Zwischenstecker erforderlich)
Hinweis
( Unverändert gültig seit: 21.03.2013)
Besondere Hinweise
Hohe Sicherheitsgefährdung!
Es wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren. Auch während des Aufenthaltes ist das Einholen von aktuellen Informationen bei lokalen Reiseveranstaltern, in Hotels und (seriösen) Medien sinnvoll. Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit hohem Sicherheitsrisiko begeben möchte, sollte sich der besonderen Gefährdung bewusst sein und entsprechende Maßnahmen treffen. Bei Problemen wird eine dringende Kontaktnahme mit dem Honorargeneralkonsulat La Paz oder der Österreichischen Botschaft in Lima empfohlen. Zudem existiert in Bolivien eine Touristenpolizei (Policía Turística): Plaza del Estadio, Miraflores (unmittelbar beim Stadion Hernán Siles), Tel.-Nr.: (+0591/2)222 5016.
Soziale Konflikte in Bolivien verursachen regelmäßig Massenkundgebungen, Streiks, Straßensperren etc., die in gewalttätigen Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften münden. Reisenden wird empfohlen Protestveranstaltungen und Menschenansammlungen im ganzen Land zu meiden.
In Bolivien kommt es regelmäßig zu schweren Busunglücken, bei denen meist viele Todesopfer zu beklagen sind. Bei Überlandreisen mit dem Bus wird dringend geraten, nur erfahrene und empfohlene Busunternehmen bzw. offizielle Reisebüros zu benutzen. Einer der gefährlichsten Orte in La Paz ist der Busbahnhof (terminal de autobuses), ebenso der Friedhof (cementario), bei welchem etliche der Überlandbusse ihre Endstation haben. Inoffizielle (illegale) Buslinien, die keine Passagierlisten führen, sollten vermieden werden, ebenso die sich (am Busbahnhof) anbietenden "privaten" Taxidienste, hinter denen sich oftmals kriminelle Banden verstecken, die Touristen mit Entführung, Raub (und Raubmord) bedrohen.
Sicherheit
Die soziale und wirtschaftliche Unzufriedenheit im Land ist sehr hoch. Reisen in Unruhegebiete sollten unbedingt unterlassen werden. Demonstrationen und mögliche Straßensperren, die von Protestierenden oft sehr rasch und ohne Vorwarnung angelegt werden, sollten auf jeden Fall gemieden werden. Von Seiten der Exekutive kann Tränengas zum Einsatz kommen, auch polizeiliche Gewalt um Demonstrationen aufzulösen, ist üblich. Es sollte keinesfalls versucht werden, allfällige Straßensperren, auch wenn sie unbewacht erscheinen, zu durchbrechen.
Die Kriminalität in Bolivien ist gestiegen. Vor allem in den von Touristen frequentierten Gebieten um La Paz haben bewaffnete Überfälle auf Touristen, Entführungen in falschen Taxis sowie Trickdiebstähle, zum Beispiel von vermeintlichen Polizisten oder Drogenfahndern zugenommen. Von der Benutzung von Kollektivtaxis oder Mini-Busse wird dringend abgeraten. Nach Möglichkeit sollte nur wenig Bargeld mitgeführt und Dokumente fotokopiert werden. Besondere Vorsicht ist nach Einbruch der Dunkelheit geboten. Ebenso sollte von nächtlichen Überlandfahrten Abstand genommen werden, da Überfälle auf Reisebusse bevorzugt in der Nacht durchgeführt werden.
Im Raum La Paz haben in letzter Zeit die sog. "Express - Entführungen" von Touristen stark zugenommen. Dabei wird mit extremer Brutalität vorgegangen, um Kredit- und Bankomatkarten zu erpressen. Sogenannte „Radio-Taxis“ arbeiten mit Kriminellen zusammen, die an vereinbarten Punkten ins Taxi zusteigen. Es wird daher abgeraten, Mitfahrgelegenheiten mit unbekannten Drittpersonen oder zufälligen Reisebekanntschaften zu teilen. Es sollten nur Reisebusse oder sichere Taxis von offiziell zugelassenen Unternehmen verwendet werden; Taxis sollten, wenn möglich, nur nach telefonischer Vorbestellung (etwa vom Hotel) und vorheriger Preisverhandlung benutzt werden. Besondere Vorsicht ist am Busbahnhof von La Paz geboten.
Die Touristenpolizei tritt an verschiedenen neuralgischen Punkten (Busbahnhöfen) verstärkt in Erscheinung und berät ankommende Reisende.
Es wird empfohlen, die Strecke La Paz - Titicacasee nur in Gruppen und nur mit bekannten Busunternehmen zu bereisen. Bei Reisen im Altiplano, vor allem im Raum von La Paz und El Alto, in Copacabana, Sucre, Cochabamba sowie in Santa Cruz wird generell zu besonderer Vorsicht geraten.
Es liegen Berichte vor, dass Besuchern von Bars und Diskotheken K.O.-Tropfen (einheimisch: Burundanga) verabreicht werden, die eine zeitlich begrenzte Ohnmacht und einen Gedächtnisverlust hervorrufen.
Besondere Vorsicht ist hinsichtlich Drogenkriminalität angebracht. Rauschgiftdelikte werden mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Die Haftbedingungen in bolivianischen Gefängnissen stellen v.a. für Europäer eine hohe Belastung dar. Mitnahme bzw. Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann daher verhängnisvolle Folgen haben. Lassen Sie schon aus diesem Grund Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt. Seien Sie vorsichtig bei Personen, die während Ihrer Reise Ihr Vertrauen erwecken wollen. Nehmen Sie auf keinen Fall Aufträge (etwa Mitnahme von Geschenken für Dritte) entgegen.
Einreise
- Visumpflicht: Nein, visumfreier Aufenthalt bis zu 90 Tagen
- Visum erhältlich: -----
- Reisedokumente: Reisepass
- Passgültigkeit: Zumindest 6 Monate bei Einreise
- Cremefarbiger Notpass: Wird akzeptiert
- Miteintragung v. Kindern: Miteintragungen von Kindern in österreichischen Reisepässen sind seit dem 15.06.2012 nicht mehr gültig. Bei Auslandsreisen muss jedes Kind über ein eigenes Reisedokument verfügen.
- Sonstiges: Reisende müssen ihre Wiederausreise (Rückflug- oder Weiterreiseticket) sowie genügend Geldmittel für den Aufenthalt nachweisen können
Einfuhr
Unbeschränkte Einfuhr von Landes- und Fremdwährung. Es empfiehlt sich die Mitnahme von Kreditkarten sowie von US-Dollar und / oder Euro in bar, die problemlos in den Wechselstuben in die Landeswährung umgetauscht werden können. Gegenstände für den persönlichen Bedarf können zollfrei eingeführt werden, bei der Einfuhr von Medikamenten, Lebensmitteln oder Pflanzen bestehen Beschränkungen.
Ausfuhr
Unbeschränkte Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung. Die Ausfuhr von Antiquitäten sowie archäologischen Funden ist verboten, ebenso bestehen Ausfuhrbeschränkungen hinsichtlich wildlebender Pflanzen oder Tiere sowie deren Verarbeitungsprodukte.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Kokaprodukte: Schon allein die Mitnahme unbearbeiteter Kokablätter über die Grenze ist untersagt. Daher wird in Österreich bereits die Einfuhr kleiner Mengen Koka-Tees oder anderer Produkte aus Kokablättern geahndet.
Klima
Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Das Klima variiert zudem je nach Höhenlage. Im Hochland herrscht von Mai bis November Trockenzeit. In dieser Zeit sind die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht besonders groß. Mit häufigen und starken Regenfällen ist zwischen Dezember und März zu rechnen. Vermehrt kommt es zu Überschwemmungen, vor allem im Osten und Norden des Landes. Im Tiefland herrscht tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit vor. Die Regenzeit dauert von Dezember bis Mai.
Gesundheit
Aufgrund der hygienischen Verhältnisse und der unzureichenden Versorgung mit Medikamenten sowie des Mangels an entsprechendem Fachpersonal entspricht die Lage in den Krankenhäusern im Allgemeinen nicht dem europäischen Standard. Im Tiefland Boliviens (vor allem in der Provinz Santa Cruz) tritt speziell während oder nach Regenzeiten vermehrt Dengue-Fieber auf. Zur Behandlung ist unbedingt ein Krankenhaus aufzusuchen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website für Auslandsösterreicher unter der Rubrik Gesundheit. Ebenso wird in der gesamten Tropenregion Boliviens mit einer Steigerung von Malaria- und Gelbfieberfällen gerechnet.
Fast alle innerbolivianischen Flugverbindungen gehen über La Paz, dessen Flughafen auf 4.100 m, die Stadt selbst auf rund 3300 m - 3800 m Seehöhe liegt. Auf derselben Höhe liegen der vielbesuchte Titicaca-See und die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten. Aufgrund des erheblichen Sauerstoffmangels in diesen Höhen sollten vor allem in der Eingewöhnungsphase größere körperliche Belastungen vermieden werden, um der Höhenkrankheit „Soroche“ vorzubeugen. Außerdem ist speziell in der heißen Jahreszeit auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Man sollte eher leichte Kost zu sich nehmen und fette Speisen vermeiden; übermäßiger Alkoholgenuss setzt die ohnehin geminderte Leistungsfähigkeit des Körpers weiter herab.
Auf die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen ist besonders zu achten. Vorsicht ist weiters beim Genuss von rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte, wenn überhaupt, nur in abgekochtem Zustand getrunken werden. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen.
In weiten Teilen des Landes, insbesondere in den Provinzen Santa Cruz, Beni, Cochabamba, Pando und in den Yungas in der Provinz La Paz, gibt es eine Dengue-Epidemie. Es wird empfohlen, bei Reisen in die gefährdeten Gebiete besondere Vorsicht walten zu lassen (Schutz gegen Stechmücken, langärmelige Kleidung usw.). Dengue-Fieber kann einen tödlichen Verlauf haben.
Impfungen
Es wird empfohlen, ca. 8 Wochen vor Reisebeginn Ihren Hausarzt oder eine andere geeignete Einrichtung zu kontaktieren, um sich über die empfohlenen Impfungen zu erkundigen.
Informationen über Reiseimpfungen erhalten Sie auch bei der Stadt Wien, Tel. 01/ 4000-87621, und auf den Homepages des Bundesministeriums für Gesundheit oder der WHO.
Versicherung
Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Der Abschluss einer Zusatzversicherung für den Krankheitsfall wird nahegelegt. Dies gilt vor allem auch für Krankenrücktransportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden.
Verkehr
Generell ist das Land verkehrsmäßig noch wenig erschlossen, viele Straßen nicht mehr als Schotter- oder Sandpisten (ripio), welche während der Regenzeit auf Grund von Erdrutschen unterbrochen oder nicht passierbar sind. Ebenso wird von Überlandfahrten bei Nacht abgeraten, weil die Straßen nicht beleuchtet und in generell schlechtem Zustand sind.
Öffentliche Verkehrsverbindungen verfügen über ein ausgebautes Netz von Busverbindungen auch in benachbarte Länder.
Der Flugverkehr in Bolivien wird gelegentlich durch die kurzfristige Streichung von Flügen und durch erhebliche Verspätungen beeinträchtigt. Für Touristen ist ein internationaler Führerschein vorgeschrieben.
Besondere rechtliche Bestimmungen - Sonstiges
Homosexualität ist in Bolivien nicht illegal, die allgemeine Einstellung ist jedoch eher konservativ. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden nicht anerkannt.
Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine Gewähr für die Vollständigkeit dieser Reiseinformationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt.
