Bolivien (de)
- Hauptstadt:
- Sucre (Hauptstadt), La Paz (Regierungssitz) 
- Int. Kennzeichen:
- BO 
- Sprache
- Spanisch 
- Gängige Fremdsprachen:
- Englisch 
- Währung:
- 1 Boliviano (Bs) = 100 Centavos 
- Zeitdifferenz zu MEZ:
- -5 h 
- Zeitdifferenz zu MESZ:
- -6 h 
- Elektrischer Strom:
- In La Paz 110 Volt oder 220 Volt, 50 Hertz, außerhalb durchgehend 220 Volt, 50 Hertz; amerikanische Steckerformen (Zwischenstecker erforderlich) 
Besondere Hinweise
Letzte Aktualisierung: 13.08.2010
HOHE Sicherheitsgefährdung
Allgemein wird auf die hohe Sicherheitsgefährdung hingewiesen. Es wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren. Auch während des Aufenthaltes ist das Einholen von aktuellen Information bei lokalen Reiseveranstaltern, in Hotels und (seriösen) Medien sinnvoll. Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit hohem Sicherheitsrisiko begeben möchte, sollte sich der besonderen Gefährdung bewusst sein und entsprechende Maßnahmen treffen. Bei Problemen wird eine dringende Kontaktnahme mit dem Honorargeneralkonsulat La Paz oder der Österreichischen Botschaft in Lima empfohlen. Zudem existiert in Bolivien eine Touristenpolizei (Policía Turística): Plaza del Estadio, Miraflores (unmittelbar beim Stadion Hernán Siles), Tel.-Nr.: (+0591/2)222 5016.
Uyuni und Großer Salzsee (Salar): Der Zugang zu den touristischen Ausflugszielen Potosí, Uyuni und Salar de Uyuni ist derzeit wegen sozialer Unruhen sowohl von bolivianischer wie auch chilenischer Seite her unmöglich: Potosí wird seit 2. 8. 2010 von Demonstranten vollständig abgeriegelt; Touristen aus dem EU-Raum werden derzeit mit Unterstützung der EU-Botschaften in Bolivien evakuiert. Es kommt bereits zu ersten Engpässen bei der Versorgung. Von Reisen in diese Gebiete wird daher dringend abgeraten.
Derzeit gibt es eine sehr starke, zum Teil violente Streikbewegung im Südwesten der Provinz Potosí (Avaroa), die im Zusammenhang mit der Forderung der dortigen Bevölkerung u.a. nach Trinkwasser, Straßen und Elektrifizierung steht. Dabei werden gelegentlich auch Touristen in Mitleidenschaft gezogen, die z.B. (von Chile aus) den Salzsee Uyuni besuchen wollen. Derzeit hat die Regierung Verhandlungen mit den Streikenden aufgenommen, was vorerst zu einer Beruhigung der Lage führen sollte.
Sicherheit
Die soziale und wirtschaftliche Unzufriedenheit im Land ist sehr hoch. Grundsätzlich sollten Reisen in Gebiete, wo es zu Unruhen kommt, unbedingt vermieden werden. Demonstrationen und mögliche Straßensperren, die von Protestierenden oft sehr rasch und ohne Vorwarnung angelegt werden, sollten auf jeden Fall gemieden werden. Von Seiten der Exekutive kann Tränengas zum Einsatz kommen, auch polizeiliche Gewalt um Demonstrationen aufzulösen, ist üblich. Es sollte keinesfalls versucht werden, allfällige Straßensperren, auch wenn sie unbewacht erscheinen, zu durchbrechen.
Die Kriminalität in Bolivien ist gestiegen. Vor allem in den von Touristen frequentierten Gebieten um La Paz haben bewaffnete Überfälle auf Touristen, Entführungen in „falschen“ Taxis sowie Trickdiebstähle, zum Beispiel von vermeintlichen "Polizisten" oder "Drogenfahndern", zugenommen. Von der Benutzung von Kollektivtaxis oder Mini-Busse wird dringend abgeraten. Nach Möglichkeit sollte nur wenig Bargeld mitgeführt und Dokumente fotokopiert werden. Besondere Vorsicht ist nach Einbruch der Dunkelheit geboten. Ebenso sollte von nächtlichen Überlandfahrten Abstand genommen werden, da Überfälle auf Reisebusse bevorzugt in der Nacht durchgeführt werden.
Im Raum La Paz haben in letzter Zeit die sog. "Express - Entführungen" von Touristen stark zuge- nommen. Dabei wird mit extremer Brutalität vorgegangen, um Kredit- und Bankomatkarten zu erpressen. Sogenannte „Radio-Taxis“ arbeiten mit Kriminellen zusammen, die an vereinbarten Punkten ins Taxi zusteigen. Es wird daher abgeraten, Mitfahrgelegenheiten mit unbekannten Drittpersonen oder „zufälligen“ (Reise-) Bekanntschaften zu teilen. Es sollten nur Reisebusse oder sichere Taxis von offiziell zugelassenen Unternehmen verwendet werden; Taxis sollten, wenn möglich, nur nach telefonischer Vorbestellung (etwa vom Hotel) und vorheriger Preisverhandlung benutzt werden.
Die Touristenpolizei tritt an verschiedenen neuralgischen Punkten (Busbahnhöfen) verstärkt in Erscheinung und berät ankommende Reisende.
Es wird empfohlen, die Strecke La Paz - Titicacasee nur in Gruppen und nur mit bekannten Busunter- nehmen zu bereisen. Bei Reisen im Altiplano, vor allem im Raum von La Paz und El Alto, in Copacabana, Sucre, Cochabamba sowie in Santa Cruz wird generell zu besonderer Vorsicht geraten.
Es liegen Berichte vor, dass Besuchern von Bars und Diskotheken K.O.-Tropfen (einheimisch: Burundanga) verabreicht werden, die eine zeitlich begrenzte Ohnmacht und einen Gedächtnisverlust hervorrufen.
Besondere Vorsicht ist bei Drogenkriminalität angebracht. Rauschgiftdelikte werden mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Die Haftbedingungen in bolivianischen Gefängnissen stellen v.a. für Europäer eine hohe Belastung dar. Mitnahme bzw. Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann daher verhängnisvolle Folgen haben. Lassen Sie schon aus diesem Grund Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt. Seien Sie vorsichtig bei Personen, die während Ihrer Reise Ihr Vertrauen erwecken wollen. Nehmen Sie auf keinen Fall Aufträge (etwa Mitnahme von Geschenken für Dritte) entgegen.
Einreise
- Visumspflicht: Nein, visumsfreier Aufenthalt bis zu 90 Tagen; Bei der Einreise kann vom Grenzbeamten die Aufenthaltsdauer bei der Einreise auf einen kürzeren Zeitraum beschränkt werden. Diese Beschränkung kann bei der Einwanderungsbehörde in den größeren Städten auf 90 Tage ausgeweitet werden
- Visum erhältlich: -----
- Reisedokumente: Reisepass
- Passgültigkeit: Zumindest 6 Monate bei Einreise
- Cremefarbiger Notpass: Wird akzeptiert
- Miteintragung von Kindern: Wird akzeptiert, Altersbeschränkung nach Herkunftsland
- Sonstiges: Reisende müssen ihre Wiederausreise (Rückflug- oder Weiterreise- ticket) sowie genügend Geldmittel für den Aufenthalt nachweisen können
Einfuhr
Unbeschränkte Einfuhr von Landes- und Fremdwährung. Es empfiehlt sich die Mitnahme von Kredit- karten sowie von US-Dollar und/ oder Euro in bar, welche problemlos in den Wechselstuben in die Landeswährung umgetauscht werden können (allerdings zu einem schlechten Umrechnungskurs). Gegenstände für den persönlichen Bedarf können zollfrei eingeführt werden, bei der Einfuhr von Medikamenten, Lebensmitteln oder Pflanzen bestehen Beschränkungen.
Ausfuhr
Unbeschränkte Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung. Die Ausfuhr von Antiquitäten sowie archäologischen Funden ist verboten, ebenso bestehen Ausfuhrbeschränkungen hinsichtlich wildlebender Pflanzen oder Tiere sowie deren Verarbeitungsprodukte.
BMF - Zoll
Koka/-produkte: Bitte beachten Sie, dass nach internationalen Konventionen schon allein die Mitnahme über die Grenze des unbearbeiteten Kokablattes untersagt ist. Daher werden bei der Einreise nach Österreich bereits kleine Mengen in Bolivien legal erworbenen Koka-Tees oder anderer Produkte aus Kokablättern von den österreichischen Zollbehörden beschlagnahmt und mit Geldstrafen geahndet.
Klima
Es gibt keine Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, sondern nur einen Wechsel von Regen- und Trocken- zeit. Das Klima variiert zudem je nach Höhenlage. Im Hochland herrscht von Mai bis November Trockenzeit. In dieser Zeit sind die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht besonders groß. Mit häufigen und starken Regenfällen ist zwischen Dezember und März zu rechnen. Vermehrt kommt es zu Überschwemmungen, v.a. im Osten und Norden des Landes und dadurch zu auftretenden Fällen von Gelbfieber und Dengue. Im Tiefland herrscht tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit vor. Die Regenzeit dauert von Dezember bis Mai.
Ratschläge
Fast alle innerbolivianischen Flugverbindungen gehen über La Paz, dessen Flughafen auf 4.100 m, die Stadt selbst auf rund 3300 m - 3800 m Seehöhe liegt. Auf derselben Höhe liegen der vielbesuchte Titicaca-See und die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten. Aufgrund des erheblichen Sauer- stoffmangels in diesen Höhen sollten vor allem in der Eingewöhnungsphase größere körperliche Belastungen vermieden werden, um der Höhenkrankheit „Soroche“ vorzubeugen. Außerdem ist speziell in der heißen Jahreszeit auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Man sollte eher leichte Kost zu sich nehmen und fette Speisen vermeiden; übermäßiger Alkoholgenuss setzt die ohnehin geminderte Leistungsfähigkeit des Körpers weiter herab.
Gesundheit
Aufgrund der hygienischen Verhältnisse und der unzureichenden Versorgung mit Medikamenten sowie des Mangels an entsprechendem Fachpersonal entspricht die Lage in den Krankenhäusern im Allge- meinen nicht dem europäischen Standard. Im Tiefland Boliviens (v.a. Provinz Santa Cruz) tritt vermehrt Dengue-Fieber auf. Diese Krankheit tritt speziell während oder nach Regenzeiten auf. Zur Behandlung wäre ein Krankenhaus aufzusuchen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website für Auslands- österreicherInnen http://cms.bmeia.at/http:///www.aoe-ratgeber.at unter der Rubrik Gesundheit. Ebenso wird in der gesamten Tropenregion Boliviens mit einer Steigerung von Malaria- und Gelbfieberfällen gerechnet.
In weiten Teilen des Landes, insbesondere in den Departamentos Santa Cruz, Beni, Cochabamba, Pando und in den Yungas im Dept. La Paz, gibt es eine Dengue-Epidemie, die sich allerdings ihrem Ende nähert. Es wird empfohlen, bei Reisen in die gefährdeten Gebiete weiter besondere Vorsicht walten zu lassen (Schutz gegen Stechmücken, langärmelige Kleidung usw.). Dengue-Fieber kann einen tödlichen Verlauf haben.
Impfungen
Bei der Einreise ist zwingend das internationale Zertifikat über eine Gelbfieberimpfung vorzulegen. Die Impfung muss spätestens 10 Tage vor der Einreise erfolgen. Andere Impfungen sind nicht vorge- schrieben. Abgesehen von einem Basisschutzprogramm für alle Reisenden (Diphtherie/Tetanus/ Polio, Hepatitis A und B, Typhus), empfiehlt das Zentrum für Reisemedizin Wien (Tel. 01-403 8343) jedoch für Individualtouristen und bei längeren Aufenthalten eine vorbeugende Impfung gegen Cholera und Tollwut. Malariaprophylaxe für ländliche Regionen unter 2.500 m wird angeraten. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse in den Tropengebieten ist in den Frühjahrs- und Sommermonaten mit vermehrtem Auftreten von Gelbfieber zu rechnen.
Vorsicht
Auf die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen ist besonders zu achten. Vorsicht ist weiters beim Genuss von rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte, wenn überhaupt, nur in abgekochtem Zustand getrunken werden. Die Mitnahme einer Reise- apotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen.
Versicherung
Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Der Abschluss einer Zusatzversiche- rung für den Krankheitsfall wird nahegelegt. Dies gilt vor allem auch für Krankenrücktransportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden.
Verkehr
Öffentliche Verkehrsverbindungen: gut ausgebautes Netz von Busverbindungen.
Die Straße zwischen Cochabamba und Santa Cruz kann während der Regenzeit auf Grund von Erdrutschen unterbrochen sein.
Der Flugverkehr in Bolivien wird gelegentlich durch die kurzfristige Streichung von Flügen und durch erhebliche Verspätungen beeinträchtigt. Um in Bolivien ein Fahrzeug steuern zu können, muss in Österreich ein Internationaler Führerschein gelöst werden.
Besondere rechtliche Bestimmungen - Sonstiges
Homosexualität ist in Bolivien nicht illegal, die allgemeine Einstellung ist jedoch eher konservativ. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden nicht anerkannt.
Das Außenministerium weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine Gewähr für die Vollständigkeit dieser Reiseinformationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt.
