Äthiopien (de)
- Hauptstadt:
- Addis Abeba 
- Int. Kennzeichen:
- ET 
- Sprache
- Amharisch und lokale Sprachen 
- Gängige Fremdsprachen:
- Englisch, teilweise auch Italienisch und Arabisch 
- Währung:
- 1 Birr (Br) = 100 Cents 
- Zeitdifferenz zu MEZ:
- +2 h 
- Zeitdifferenz zu MESZ:
- +1 h 
- Elektrischer Strom:
- 220 Volt/50 Hertz Wechselstrom 
Besondere Hinweise
Letzte Aktualisierung: 30.07.2010
Sicherheit
Erhöhtes Sicherheitsrisiko
In Äthiopien besteht ein erhöhtes Risiko von Terroranschlägen. Anschläge können sich auch gegen von Ausländern stark frequentierte Plätze richten. Die lokalen Sicherheitsmaßnahmen in Addis Abeba wurden verstärkt.
Bei den von ausländischen Touristen frequentierten Hotels wie "Sheraton" oder "Hilton" gibt es ebenfalls verstärkte Sicherheitskontrollen; jedes Auto und jeder Insasse wird kontrolliert.
Es wird empfohlen, verstärkte Wachsamkeit walten zu lassen und sich von Menschenansammlungen weitgehend fernzuhalten.
Die Sicherheitslage ist allgemein labil, Verschlechterungen sind kurzfristig in allen Landesteilen möglich. Regionale Konflikte entladen sich immer wieder in spontanen Demonstrationen und Ausschreitungen. Spannungen zwischen verschiedenen Volksgruppen führen immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die oft erst durch den Einsatz der Sicherheitskräfte beendet werden können.
Partielle Reisewarnung für die Regionen Somali und Afar (insbesondere Danakil-Senke).
Besonders instabil ist die Lage in der Region Somali (Kämpfe zwischen Rebellengruppen und dem Militär, mehrere Bombenexplosionen in jüngster Zeit). Im Grenzgebiet zu Somalia besteht außerdem das Risiko von Entführungen. Von Reisen in die Region Somali wird daher aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten.
Am 2. März 2007 wurden in der Danakil-Senke (Region Afar nahe der Grenze zu Eritrea) europäische Bürger entführt, und auch im Jahr 2008 gab es Überfälle auf Reisegruppen. Von Reisen in die Region Afar, insb. von Reisen in die Danakil-Senke, wird aus Sicherheitsgründen abgeraten, da mit weiteren Zwischenfällen und Entführungsversuchen gerechnet werden muss.
In Addis Abeba ist ein Ansteigen der Straßenkriminalität zu verzeichnen, wobei Taschendiebe und andere Kleinkriminelle oft äußerst geschickt und trickreich agieren. Als „Hot Spots“ können Entoto, die Hilton-Gegend, Churchill Road, Merkato und Piazza genannt werden. Von einer Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel in Addis Abeba wird nicht nur wegen der hohen Unfall- und Anschlaggefahr, sondern auch wegen der zahlreichen dort operierenden Taschendiebe abgeraten.
Auch außerhalb der Hauptstadt mehren sich Berichte über Trickbetrüger, so sollten z.B. in Nationalparks zur Vermeidung von Problemen nur von der Nationalparkverwaltung autorisierte Führer und Wächter angeheuert werden.
In vielen Grenzgebieten, aber auch im Landesinneren kommt es immer wieder zu Überfällen durch bewaffnete Banden. Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit sollten daher unbedingt vermieden werden.
Der Zugverkehr zwischen Addis Abeba und Dire Dawa ist bis auf weiteres wegen Gleisbauarbeiten eingestellt.
In vielen Regionen Äthiopiens sind Minen verlegt. Die höchste Konzentration an Minen findet sich an den Grenzen zu Eritrea, Somalia, Sudan und Kenia (Borana Region), aber auch das Landesinnere ist teilweise vermint. In Tigray sollte aus Sicherheitsgründen die Straße Adigrat-Adua-Axum als äußerste nördliche Grenze nicht überschritten werden.
Die Grenze zu Eritrea ist weiterhin gesperrt, die Lage im Grenzgebiet ist in Folge der Beendigung der UN-Beobachtermission UNMEE angespannt. Vor der akuten Minengefahr bis 80 km innerhalb der Grenze wird nochmals ausdrücklich gewarnt.
In den Grenzgebieten zu Kenia und dem Sudan sind bewaffnete Oppositionsgruppen und Banditen aktiv, es kommt auch immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den dort ansässigen Volksgruppen. Diese Gebiete einschließlich der Region Gambella sollten gemieden werden.
Das Fotografieren öffentlicher Bauten (auch der Bahnhof in Addis Abeba), Brücken, Gleisanlagen, Straßenkreuzungen) und militärischer Anlagen, sowie uniformierter Personen ist verboten.
Das unbefugte Betreten militärischer Anlagen ist verboten.
Drogendelikte werden schon bei Geringfügigkeit mit langen Haftstrafen geahndet. Die Verfahren sind langwierig und die Haftbedingungen prekär (überfüllte Gefängnisse, ungenügende hygienische Verhältnisse und Gesundheitsversorgung etc.).
Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein. In diesem Fall wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren und diese gegebenenfalls während des Aufenthaltes regelmäßig zu überprüfen.
Konsularische Hilfestellung für in Not geratene Österreicher kann, solange sie sich in Gebieten mit aufrechter Reisewarnung aufhalten, wenn überhaupt, nur in sehr eingeschränktem Umfang geleistet werden.
Einreise
- Visumspflicht: Ja, für Gewöhnl. Reisepässe, Dienst- u. Diplomatenpässe
- Visum erhältlich: Botschaft von Äthiopien in Wien: bei Einreise am internat. Flughafen Bole in Addis Abeba auch vor Ort möglich, aber unter Umständen lange Wartezeiten
- Reisedokumente: Reisepass
- Passgültigkeit: Zumindest 6 Monate bei Einreise
- Cremefarbiger Notpass: Wird akzeptiert
- Miteintragung v. Kindern: Wird akzeptiert; kein Alterslimit
- Sonstiges: Die Verlängerung eines Visums ist in Addis Abeba beim „MainDepartment for Immigration and Nationality Affairs“ (MDINA) (Churchill Road, gegenüber Hauptpostamt, Tel.: 011-155 38 99) gegen Bezahlung einer Gebühr möglich. Es sind zwei (möglichst aktuelle) Passfotos vorzulegen, ein Rückflugticket sowie der Nachweis ausreichender Barmittel.
Einfuhr
Die Einfuhr der Landeswährung ist bis zu einem Betrag von 200.-- Birr, die Mitnahme von Fremdwährung unbegrenzt erlaubt, aber ab einem Betrag im Gegenwert von USD 3.000,-- deklarationspflichtig. Devisen sollten bei der Einfuhr deklariert werden. Es empfiehlt sich die Mitnahme von US Dollar in bar oder als Reiseschecks. In Addis Abeba können auch Euro-Scheine problemlos umgewechselt werden. Kreditkarten werden nur vereinzelt akzeptiert. Wechselbestätigungen müssen bis zur Ausreise aufgehoben werden! Gegenstände für den persönlichen Bedarf können zollfrei eingeführt werden.
Die Einfuhr jeder Art pornographischen Materials ist verboten. Die Einfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten. Jagdwaffen müssen bei der Einreise deklariert und genehmigt werden.
Wertvolle elektronische Geräte müssen bei der Einreise angegeben werden. Die Zollbehörde trägt diese Geräte bei Einreise in den Pass ein und überprüft bei der Ausreise, ob diese Geräte tatsächlich wieder ausgeführt werden.
Ausfuhr
Die Ausfuhr von Landeswährung ist bis zu einem Betrag von 200,-- Birr erlaubt, die Ausfuhr von Fremdwährung ab einem Betrag im Gegenwert von USD 3.000,-- ist nur gegen Vorlage einer offiziellen Bankwechselbestätigung oder des Deklarationsformulares, das bei der Einfuhr erstellt wurde, erlaubt.
Für den Export von Fellen und Häuten sowie von Gegenständen mit kunsthistorischem Wert (darunter fallen Gegenstände, die über 50 Jahre alt sind, aber auch z.B. neuere Holzarbeiten) ist eine Genehmigung erforderlich.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Klima
Im südöstlichen Tiefland heißes und trockenes Wüstenklima mit geringen Niederschlägen. Im Hochland ist das Klima gemäßigter mit Niederschlägen vor allem von Juli bis September (große Regenzeit) und Februar/März (kleine Regenzeit). Das Tiefland im Westen ist tropisch heiß und feucht.
Ratschläge
In den heißeren Zonen Äthiopiens sowie den höheren Lagen sollten vor allem in der Eingewöhnungsphase größere Belastungen des Körpers vermieden werden. Außerdem ist speziell in der heißen Jahreszeit auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Man sollte eher leichte Kost zu sich nehmen und fette Speisen vermeiden; übermäßiger Alkoholgenuss setzt die ohnehin geminderte Leistungsfähigkeit des Körpers weiter herab.
Gesundheit
Aufgrund der hygienischen Verhältnisse und der unzureichenden Versorgung mit Medikamenten sowie des Mangels an entsprechendem Fachpersonal entspricht die Lage in den Krankenhäusern (auch in der Hauptstadt) nicht dem europäischen Standard. Es besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit AIDS.
Mit Ausnahme des Lake Langano sind sämtliche ruhigen Gewässer mit Billharziose verseucht.
Impfungen
Abgesehen von einem Basisschutzprogramm für alle Reisenden (Diphtherie/Tetanus/Polio, Hepatitis A und B, Typhus), empfiehlt das Zentrum für Reisemedizin Wien (Tel. 01 - 403 8343) jedoch für Rund- reisende und Individualtouristen eine vorbeugende Impfung gegen Cholera, eitrige Gehirnhautentzündung (Meningokokken – Meningitis), für Individualtouristen und bei längeren Aufenthalten zusätzlich gegen Tollwut. Malariaprophylaxe wird - außer im Hochland - ganzjährig für das gesamte Gebiet angeraten.
Vorsicht
Auf die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen ist besonders zu achten. Vorsicht ist weiters beim Genuss von rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte nicht getrunken werden. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen.
Versicherung
Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Der Abschluss einer Zusatzversiche- rung für den Krankheitsfall und Krankentransport wird nahe gelegt. Dies gilt vor allem auch für Krankentransportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden.
Verkehr
Im Hinblick darauf, dass Inlandsflüge oft große Verspätungen haben oder völlig ausfallen, sollte zwischen der Rückkehr von einer Flugrundreise nach Addis Abeba und dem Heimflug mindestens ein Tag liegen.
Das Lenken eines Fahrzeuges ist nur mit einem äthiopischen Führerschein gestattet (dies gilt auch für nur kurzfristig im Lande befindliche Touristen !). Als Ausstellungsgrundlage dient der österreichische Führerschein zusammen mit einer (konsulargebührenpflichtigen) Bestätigung der Österreichischen Botschaft.
Bei Einreise auf dem Landweg stellt die Zollbehörde ein 6 Monate gültiges Übergangsdokument aus, das allerdings grundsätzlich nur für die Fahrt nach Addis Abeba gilt, wo es gegen einen äthiopischen Führerschein eingetauscht werden sollte.
Von der Benützung von Mietwagen wird jedoch im Hinblick auf die ungeklärte rechtliche Lage betreffend Führerschein, die chaotischen Verkehrsverhältnisse und die größtenteils sehr schlechten Strassen, abgeraten.
Während der Regenzeit können die nicht asphaltierten Straßen auch für Geländefahrzeuge unpassierbar werden.
Besondere rechtliche Bestimmungen - Sonstiges
Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind strafbar.
Sowohl männliche als auch weibliche Homosexualität sind gesellschaftlich geächtet, in der Bevölkerung gibt es keinerlei Toleranz Homosexuellen gegenüber.
Das Außenministerium weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine Gewähr für die Vollständigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt.
