OECD - Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
OECD - Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) ist eine heute aus 34 Mitgliedsländern bestehende internationale Organisation, die durch das Pariser Abkommen vom 14.12.1960 aus der im Zusammenhang mit der Verwaltung der Marshall-Plan-Hilfe gegründeten OEEC (Organisation for European Economic Co-operation) hervorgegangen ist. Die Gründungsmitglieder waren neben 14 EU-Mitgliedsstaaten die Schweiz, Norwegen, Island, die Türkei, Kanada und die USA. Österreich zählt zu den Gründungsmitgliedern und unterhält eine eigene Vertretung am Sitz der Organisation (Paris), die an Ort und Stelle die österreichischen Belange wahrnimmt. Zuletzt traten der OECD 2010 als neue Mitglieder Chile, Slowenien, Israel und Estland bei.
In Österreich wird die innerstaatliche Koordination der OECD-Belange vom Bundeskanzleramt (BKA) übernommen, das die österreichische Haltung in allgemeinen Fragen der Organisation und bei ressortübergreifenden Querschnittsmaterien zu vertreten hat. Dies gilt besonders für den Rat der OECD, die Vorbereitung des alljährlichen OECD-Ministerrates sowie die jährliche Länderprüfung. Fast alle Bundesministerien sind vom Arbeitsprogramm der OECD berührt und vertreten die österreichischen Interessen in den entsprechenden Ausschüssen und Arbeitsgruppen. Klimaschutz, die Bewältigung der Wirtschaftskrise, Migration sowie Bildung stehen im Mittelpunkt der österreichischen OECD-Schwerpunkte, die sich aus den Herausforderungen ableiten, mit denen Österreich in den kommenden Jahren konfrontiert sein wird.
Die OECD war in der Anfangszeit eine klassische Vereinigung der Länder der „Ersten Welt“ und befasste sich vornehmlich mit der Koordinierung der Wirtschaftspolitik in ihren Mitgliedsstaaten. Ein Teil ihrer Arbeit war jedoch schon damals der Entwicklungszusammenarbeit gewidmet. Mit der Globalisierung, dem wirtschaftlichen Erstarken zahlreicher Schwellenländer und dem Zusammenbruch der Planwirtschaften des ehemaligen Ostblocks änderten sich Rolle und Selbstverständnis der Organisation. Sie begann sich für Kooperationen mit Nichtmitgliedstaaten zu öffnen und hat sich verstärkt in Richtung einer Plattform für die Diskussion wirtschaftspolitischer Fragen und des globalen Dialogs verändert. Besonders durch die verstärkte Zusammenarbeit mit den strategisch wichtigen Schwellenländern Brasilien, China, Indien, Indonesien und Südafrika wurde dieser globale Aspekt der OECD in den letzten Jahren weiter vorangetrieben. Mittlerweile nimmt der OECD-Generalsekretär auch an den Gipfeltreffen der G8 und G20 teil.
Oberstes Organ ist der Rat der Ständigen Delegationen der Mitglieder (OECD-Rat). Er tritt für gewöhnlich auf Missionschefebene zusammen und tagt einmal jährlich auf Ministerebene. In etwa 200 Ausschüssen, Arbeits- und Sachverständigengruppen, die alle Gesichtspunkte wirtschaftsrelevanter Politikbereiche abdecken, findet ein regelmäßiger Informations- und Meinungsaustausch zwischen den Vertretern der Mitgliedsstaaten statt.
Obwohl im Rahmen der OECD auch immer wieder multilaterale Verträge und Abkommen abgeschlossen werden, sind die wesentlichen Kennzeichen ihrer Arbeitsweise nicht bindende Vorschriften, sondern informeller Gruppendruck (peer pressure) und Empfehlungen an die Mitgliedstaaten.
Die Verwaltungstätigkeit besorgt das Internationale Sekretariat mit rd. 1900 Mitarbeitern unter einem auf fünf Jahre bestellten Generaldirektor. Seit 1. Juni 2006 ist dies der Mexikaner Angel Gurriá. Sonderorganisationen der OECD sind die Internationale Energieagentur (IEA) und die Kernenergieagentur (NEA).
