Weltwirtschaft
Seit dem Beginn der 90er Jahre steht die Weltwirtschaft im Zeichen der Globalisierung. Die internationalen Handels- und Investitionsströme, der Austausch von Wissen und die Geschwindigkeit der Informationsübertragung nahmen in bisher ungekanntem Ausmaß zu. Die Beschleunigung der Kommunikation und die rasante Zunahme von Transaktionen über nationale Grenzen hinweg sind die wesentlichen Merkmale der Globalisierung. Bezeichnend ist daher, dass der globale Handel mit Gütern und Dienstleistungen sowie die Direktinvestitionen im Ausland deutlich stärker anstiegen als die Produktionsleistung.
In einer zunehmend vernetzten Wirtschaft gewinnen die internationalen Finanz- und Wirtschaftsinstitutionen an Bedeutung. Denn sie ermöglichen eine Zusammenarbeit und Koordinierung der einzelnen Staaten untereinander und befassen sich mit den Herausforderungen, die sich durch die Globalisierung nun verstärkt ergeben.
Die gewiss bedeutendsten Finanzinstitutionen sind der Internationale Währungsfonds und die Weltbankgruppe, die beide zu den Bretton Woods Institutionen gehören und ihren Sitz in Washington haben.
Wichtige Institutionen im Bereich der Entwicklungshilfe sind die regionalen Entwicklungsbanken wie die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank, die Asiatische Entwicklungsbank und die Afrikanische Entwicklungsbank. Eine Sonderstellung nimmt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ein, die erst 1991 nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Europa gegründet wurde und die den Transformationsprozess der mittel- und osteuropäischen Staaten unterstützen soll. Als einzige Entwicklungsbank besitzt sie ein politisches Mandat und macht ihre Unterstützung vom Fortgang der Demokratisierung abhängig. Die Europäische Investitionsbank sorgt innerhalb der EU für eine ausgewogene Entwicklung sowie für eine Verstärkung der Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und Drittstaaten.
Eine ausführliche Information zu den internationalen Finanzinstitutionen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen.
Die World Trade Organisation ist mittlerweile zur bedeutendsten internationalen Wirtschaftsinstitution geworden. Sie ist das Forum für Verhandlungen über eine weitere Liberalisierung des Weltmarktes und bemüht sich, im Rahmen ihres Streitbeilegungsmechanismus zur Lösung internationaler Handelsstreitigkeiten beizutragen.
Die Organisation for Economic Co-operation and Development behandelt soziale und wirtschaftliche Fragen auf globaler Ebene und in multilateraler Zusammenarbeit.
Die Europäische Union wird bereits seit längerem als einheitlicher Wirtschaftsblock wahrgenommen und ist zu einem dominanten Faktor der Weltwirtschaft geworden. Ihre Stärke liegt vor allem im gemeinsamen Auftreten der EU-Mitgliedstaaten gegenüber den anderen Wirtschaftsmächten. In diesem Zusammenhang ist besonders die Rolle der Europäischen Kommission hervorzuheben, welche die EU in vielen wirtschaftsbezogenen Angelegenheiten nach außen vertritt.
