Österreich und die Vereinten Nationen
Österreich wurde am 14. Dezember 1955 als 70. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. Österreich stellte mit Kurt Waldheim einen der acht VN-Generalsekretäre (1971 bis 1981). Der österreichische Anteil am regulären Budget der VN für 2007 beträgt 0,887 %, das sind ca. 17,9 Mio. USD.
Österreich bekennt sich zum Grundsatz eines effektiven Multilateralismus und beteiligt sich aktiv an der Arbeit der VN. Neben Friedenssicherung und Konfliktprävention sind Menschenrechte, Drogen- und Verbrechensbekämpfung, Abrüstung und Umwelt sowie die Weiterentwicklung des Völkerrechts Schwerpunkte der österreichischen Mitarbeit in den VN. Österreich konnte mehrmals als Vermittler aktiv werden und wesentlich zur Entwicklung des Völkerrechts ("Wiener Konventionen") beitragen. Mit dem Amtssitz Wien wurde ein wichtiges Kompetenzzentrum für Sicherheit zur Bewältigung aktueller Fragen wie nuklearer Sicherheit oder Bekämpfung der organisierten Kriminalität geschaffen.
Österreich hat sich durch die aktive Mitarbeit in den VN ein hohes Profil erworben. Die zweimalige Wahl in den VN-Sicherheitsrat (1973/1974 und 1991/1992) ist eine Anerkennung dieses Engagements. In der Kontinuität dieses Engagements bewarb sich Österreich für die Periode 2009/2010 zum dritten Mal für einen Sitz als nicht-ständiges Mitglied des VN-Sicherheitsrates. Die Wahlen fanden im Rahmen der 63. VN-Generalversammlung im Herbst 2008 statt. Diese Kandidatur stellte ein zentrales Anliegen der österreichischen Außenpolitik dar und wurde auch im Regierungsübereinkommen verankert.
Für Österreich sind der derzeit laufende umfassende Reformprozess der Weltorganisation und die Umsetzung der Empfehlungen der VN-Konferenzen sowie der Millenniumserklärung vorrangige Themen.
Reform der Vereinten Nationen
Das Schlussdokument des VN-Weltgipfels 2005 (World Summit Outcome) sieht konkrete Reformschritte in den Bereichen Entwicklung, Friede und Sicherheit, Menschenrechte und Managementreform vor. Ziel und Aufgabe der Mitgliedstaaten ist es nun, diese von der internationalen Gemeinschaft beschlossenen Neuerungen in die Tat umzusetzen, um die Vereinten Nationen für die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu wappnen.
Fortschritt konnte bereits in vielen Bereichen erzielt werden. Die Einrichtung der Kommission für Friedenskonsolidierung (Peacebuilding Commission) samt der Berücksichtigung der besonderen Rolle von Frauen im Prozess der Friedensschaffung, die Einrichtung eines zentralen Fonds zur Finanzierung von Hilfsmaßnahmen in humanitären Krisenfällen (Central Emergency Response Fund / CERF) sowie die Errichtung des Menschenrechtsrates (Human Rights Council), zählen dazu. Auch im Bereich der Rechtsstaatlichkeit bzw. Förderung einer auf völkerrechtlichen Regeln basierenden internationalen Ordnung (Rule of Law) wurden die von Österreich aktiv vorangetriebenen Reformschritte umgesetzt. Die weitere Stärkung dieser neuen Einrichtungen, sowie Fortschritt in den Bereichen Umwelt, Entwicklungspolitik und Gender zählen zu den Reformzielen für die laufende 62. VN-Generalversammlung.
JPO Programm
Das Junior Professional Officer (JPO) Programm ermöglicht österreichischen JungakademikerInnen bis zu maximal zwei Jahre als Bedienstete einer internationalen Organisation v.a. bei Feldeinsätzen in Entwicklungsländern Erfahrungen in der multilateralen Zusammenarbeit zu erwerben.
Das nächste Auswahlverfahren findet in Zusammenarbeit mit der Austrian Development Agency (ADA) im April 2008 statt. Die Bewerbungsfrist hiefür ist am 8.2.2008 um 12:00 Uhr abgelaufen. Auswahlverfahren zum JPO-Programm finden in der Regel alle zwei Jahre statt.
Allgemeines
Das Junior Professional Officer (JPO) Programm ermöglicht österreichischen JungakademikerInnen einen ein- bis maximal zweijährigen Einsatz bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen, um Erfahrung in der multilateralen Zusammenarbeit zu erwerben. Auf diese Weise soll ÖsterreicherInnen der Einstieg in eine multilaterale Karriere erleichtert werden.
Auswahlverfahren zum JPO-Programm finden in der Regel alle zwei Jahre statt.
Die Modalitäten für die Teilnahme am nächsten Auswahlverfahren werden zeitgerecht auf der ADA-Homepage veröffentlicht.
Teilnahmevoraussetzungen
Ein abgeschlossenes Universitäts- oder mindestens dreijähriges Fachhochschulstudium.
Sehr gute Beherrschung der englischen Sprache und einer weiteren Amtssprache der Vereinten Nationen.
Vertiefte Auseinandersetzung mit internationalen oder entwicklungspolitischen Fragestellungen.
Die Bereitschaft zum internationalen Einsatz (insbesondere in den OEZA-Partnerländern im Süden und Osten; Link Länder und Regionen.
Zusatzqualifikationen, wie z.B. Post Graduate-Studien oder Praktika im internationalen Kontext.
Das Höchstalter ist mit 30 Jahren (Bewerbungsstichtag) festgesetzt.
Zusätzlich von Vorteil für Einsätze im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit:
- Sprachen, die in OEZA-Partnerländern (Französisch/Spanisch/ Portugiesisch/Arabisch), gesprochen werden.
- Fachliche und sachliche Interessensschwerpunkte und einschlägige Vorbildung sowie allfällige Arbeitserfahrung in den Bereichen:
- Wasser und Siedlungshygiene
- Energie und Umwelt
- Wirtschaft und Produktion
- Bildung und Ausbildung
- Rechtsstaatlichkeit, Stärkung der Menschenrechte
- Gender
- Humanitäre Hilfe
- Gesundheit (HIV-AIDS)
Einige zusätzliche interessante Links
- Junior Professional Officer (JPO) Programm
- UNDP JPO-Service Centre Kopenhagen
- United Nations Development Programme (UNDP)
- United Nations Volunteers (UNV)
- The Junior Experts in Delegation Programme (JED)
- Das europäische Portal zur beruflichen Mobilität (EURES)
- Young Professional Programme der African Development Bank
- Wiener Zeitung (Auswahl von internationalen Stellenausschreibungen
- ArbeitsGemeinschaft für EntwicklungsZusammenarbeit (AGEZ)
