Montenegro
Mit der Unabhängigkeitserklärung Montenegros durch das Parlament am 3. Juni 2006 wurde die seit 2003 existierende Staatenunion Serbien und Montenegro aufgelöst. Bei dem zuvor am 21. Mai 2006 durchgeführten Referendum hatte sich mehr als die Hälfte der montenegrinischen Bevölkerung für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Die zunächst angespannten Beziehungen mit dem ehemaligen Unionspartner Serbien normalisierten sich seither.
Am 12. Juni 2006 wurde Montenegros Unabhängigkeit von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union anerkannt. Österreich nahm mit der Eröffnung der österreichischen Botschaft in Podgorica am 12. Juni 2006 die diplomatischen Beziehungen mit dem jungen Staat auf.
Seit seiner Unabhängigkeit ist Montenegro nicht nur um den Auf- und Ausbau seiner staatlichen Strukturen und nachbarschaftlichen Beziehungen, sondern auch um seine euroatlantische Integration in EU und NATO bemüht.
Montenegros EU-Annäherungsprozess schreitet voran: Das Stabilisierungs-- und Assoziierungsabkommen wurde am 15. Oktober 2007 unterzeichnet. Seit Beginn des Jahres 2008 sind Visaerleichterungs- bzw. Rückübernahmeabkommen mit der EU in Kraft, seit 19.Dezember 2009 ist die Sichtvermerkspflicht für Montenegro gänzlich aufgehoben. Am 15. Dezember 2008 hat Montenegro seinen EU-Beitrittsantrag gestellt. Seit Dezember 2010 genießt Montenegro offiziell den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Über die konkrete Aufnahme von Verhandlungen muss noch entschieden werden, nachdem Montenegro zuvor weitere Fortschritte in einigen Reformbereichen nachweisen muss. Im Dezember 2009 wurde Montenegro auch in den Membership-Action-Plan (MAP) der NATO aufgenommen.
