Bosnien und Herzegowina (BiH)
Der Krieg in Bosnien und Herzegowina wurde im Jahre 1995 mit dem Dayton-Abkommen beendet. Dieses Abkommen sieht eine komplizierte Staatsstruktur mit gesamtstaatlichen Institutionen und zwei Entitäten - der Republika Srpska und der Bosnisch-kroatischen Föderation - vor. Für eine rasche Annäherung an die EU besteht parteienübergreifender Konsens. Dieses Ziel wird auch von einer klaren Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen.
Am 16. Juni 2008 wurde das Stabilisierungs-- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Bosnien und Herzegowina unterzeichnet. Das Abkommen befindet sich derzeit in der Phase der Ratifizierung durch alle EU Mitgliedsstaaten. Seit 1. Juli 2008 gilt das Interimsabkommen. Beim NATO-Rat in Tallinn am 22.4. erhielt BuH mit dem MAP-Status eine an Bedingungen geknüpfte NATO-Beitrittsperspektive, im Vordergrund steht dabei die ungelöste Frage des Militäreigentums.
Am 1. Jänner 2008 traten Visaerleichterungs- und Rückübernahmeabkommen in Kraft, die es bestimmten Personengruppen gestattete, gebührenfrei in den Schengenraum zu reisen. Im Mai 2008 wurde der Visadialog aufgenommen, der für Inhaber biometrischer Reisepässe zur vollständigen Befreiung von der Visapflicht seit 15. Dezember 2010 führte.
Der österreichische Diplomat Botschafter Valentin Inzko bekleidet seit März 2009 den Posten des Hohen Repräsentanten der Internationalen Staatengemeinschaft. Die EU bereitet sich derzeit auf den geplanten Übergang der Funktionen des Hohen Repräsentanten auf eine verstärke EU-Präsenz vor. Mittels entsprechendem Beschluss des entscheidungsbefugten Lenkungsausschusses des Friedensimplementierungsrates soll nach Erfüllung der aufgestellten Bedingungen und Kriterien das Büro des Hohen Repräsentanten (OHR) geschlossen werden und die Verantwortlichkeit an die Institutionen von Bosnien und Herzegowina übergeben werden. Mit Generalmajor Bernhard Bair steht derzeit ein Österreicher an der Spitze der militärischen EU-Mission EUFOR/ALTHEA.
