Mitteleuropa
Mitteleuropa – ein vielschichtiger Begriff
Inhaltlich bezeichnet der Begriff Mitteleuropa weniger eine geographische Lage als vielmehr eine tief verwurzelte historische und kulturelle Verbundenheit der Bewohner dieser Region, die sich nicht klar abgrenzen lässt.
Mitteleuropa umfasst neben Österreich jedenfalls die Nachbarstaaten Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn, sowie die „kulturellen Nachbarn“ Polen und Kroatien.
Mit dem Ende der Teilung des europäischen Kontinents und beschleunigt durch die EU-Integration der ehemalig kommunistischen Staaten Ost- und Mitteleuropas hat der Begriff wieder an konkreter Bedeutung gewonnen.
Partner für Österreich
Die bilateralen Kontakte zwischen Österreich und den anderen Staaten Mitteleuropas haben seit Beginn der 1990er Jahre eine enorme Intensivierung erfahren. Mit dem bevorstehenden Beitritt Kroatiens sind alle Staaten Mitteleuropas Mitglieder der Europäischen Union und somit auch auf europäischer Ebene Partner Österreichs.
Im Jahr 2001 wurde mit der Regionalen Partnerschaft (Österreich, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Polen) ein regionales Forum der Zusammenarbeit ins Leben gerufen, welches die intensive Kooperation in der Region weiter verdichtet hat.
Die Wirtschaftsbeziehungen mit den mitteleuropäischen Nachbarn sind - abgesehen von einem durch die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise erfolgten Einbruch in den Jahren 2008 und 2009 - durch ein kontinuierliches Wachstum der Handelsströme gekennzeichnet. Österreich ist mit diesen Ländern sowohl im Handels- und dienstleistungsverkehr als auch bei den Investitionen sehr eng verbunden.
Ein wesentlicher Pfeiler des zwischenstaatlichen und zwischen-menschlichen Zusammenlebens in Mitteleuropa ist die enge kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit. Österreich betreibt alleine in den Nachbarstaaten Mitteleuropas 20 Österreich-Bibliotheken. Im Rahmen der Regionalen Partnerschaft wurde 2001 die Plattform Kultur-Mitteleuropa gegründet, die seither als Basis für den bilateralen und multilateralen Kulturdialog genutzt wird. Im wissenschaftlichen Bereich sind alle Staaten Mitteleuropas zudem aktive Mitglieder des Central European Exchange Program for University Studies (CEEPUS), eines Mitteleuropäischen Programms zum Austausch von Studierenden, aber auch Lehrkräften. Heute nehmen bereits 15 Staaten daran teil. Seit 1995 haben mehr als 30.000 Studierende und Lehrende diese Möglichkeit genutzt.
