Mitteleuropa
Mitteleuropa – ein vielschichtiger Begriff
Mitteleuropa umfasst neben Österreich dessen Nachbarstaaten Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn, sowie den „kulturellen Nachbarn“ Polen. Inhaltlich bezeichnet der Begriff Mitteleuropa weniger eine geographische Lage als vielmehr eine tief verwurzelte historische und kulturelle Verbundenheit der Staaten dieser Region.
Mit dem Ende der Teilung des europäischen Kontinents und beschleunigt durch die EU-Annäherung der ehemalig kommunistischen Staaten Ost- und Mitteleuropas hat der Begriff in den vergangenen zwei Jahrzehnten wieder an konkreter Bedeutung gewonnen.
Partner für Österreich
Die bilateralen Kontakte zwischen Österreich und den anderen Staaten Mitteleuropas haben seit Beginn der 1990er Jahre eine enorme Intensivierung erfahren. Seit der großen Erweiterungsrunde im Mai 2004 sind alle Staaten Mitteleuropas Mitglieder der Europäischen Union und somit auch auf europäischer Ebene Partner Österreichs. Im Jahr 2001 wurde daneben mit der Regionalen Partnerschaft ein regionales Forum der Zusammenarbeit ins Leben gerufen, welches die intensive Kooperation in der Region weiter verdichtet hat und es den beteiligten Staaten erlaubt, gemeinsame Anliegen, aber auch Differenzen in einer konstruktiven Art und Weise zu behandeln.
Die Wirtschaftsbeziehungen mit den mitteleuropäischen Nachbarn sind durch ein kontinuierliches Wachstum der Handelsströme gekennzeichnet. Zwischen den Jahren 2000 und 2009 sind die österreichischen Exporte in die Region um fast 50% auf zuletzt mehr als 12 Mrd. Euro angestiegen. Das gesamte Handelsvolumen belief sich im Jahr 2009 auf mehr als 25 Mrd. Euro. Österreich ist der größte ausländische Investor in Slowenien und hält jeweils den dritten Rang in der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn. Die Gesamtsumme der österreichischen Direktinvestitionen betrug 2007 annähernd 25 Mrd. Euro. Lediglich die Krisenjahre 2008 und 2009 sahen einen leichten Rückgang des wirtschaftlichen Austausches.
Ein wesentlicher Pfeiler des zwischenstaatlichen und zwischenmenschlichen Zusammenlebens in Mitteleuropa ist die enge kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit. Österreich betreibt alleine in den Nachbarstaaten Mitteleuropas 20 Österreich-Bibliotheken. Im Rahmen der Regionalen Partnerschaft wurde 2001 die Plattform Kultur-Mitteleuropa gegründet, die seither als Basis für den bilateralen und multilateralen Kulturdialog genutzt wird. Im wissenschaftlichen Bereich sind alle Staaten Mitteleuropas zudem aktive Mitglieder des Central European Exchange Program for University Studies (CEEPUS), einem Mitteleuropäischen Programm zum Studierenden-Austausch, welches im Studienjahr 2009/10 mehr als 6300 Personen ein Studium im Ausland ermöglichte.
