EU-Twinning
EU-Twinning 1998-2012
Verwaltungspartnerschaften (Twinning) sind eine Initiative der Europäischen Kommission, die 1998 im Rahmen der Vorbereitungen auf die Erweiterung der Europäischen Union geschaffen wurde. Twinning wurde als Instrument für gezielte Verwaltungszusammenarbeit zur Unterstützung der Bewerberländer bei der Stärkung ihrer administrativen und justiziellen Kapazitäten zur Umsetzung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften ("acquis communautaire") als künftige EU Mitgliedstaaten konzipiert.
Durch die Ausweitung über den oben erwähnten Kreis von begünstigten Ländern hinaus findet Twinning seit 2002 auch im CARDS- (Westbalkanstaaten) sowie seit 2004 im MEDA- (Algerien, Marokko, Tunesien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, die palästinensischen Gebiete und Israel) und TACIS-Raum (Russland, Ukraine, Moldau, Belarus, Armenien, Aserbaidschan und Georgien) statt. Ab 2007 wurden die Außenhilfsinstrumente PHARE, ISPA, SAPARD, Turkey pre-accession Instrument und CARDS durch IPA (Instrument for Pre-Accession Assistance) abgelöst; das ebenfalls neu geschaffene ENPI (European Neighbourhood and Partnership Instrument) hat TACIS und MEDA ersetzt.
Twinning-Projekte leisten einen wichtigen Beitrag beim Auf- und Ausbau institutioneller Strukturen. Österreich hat sich von Beginn an stark bei Twinning engagiert und ist bisher an über 300 Projekten beteiligt, wobei vor allem die Bereiche Umweltschutz, Justiz und Inneres, Finanzen und Landwirtschaft betreut wurden.
Im Rahmen von Twinning wird ein/e Experte/in eines EU-Mitgliedstaates in den jeweiligen Partnerstaat entsandt, um als Langzeitexperte (Resident Twinning Advisor /RTA) bis zu zwei Jahre in der entsprechenden Behörde des Empfängerlandes mitzuarbeiten. Seine/Ihre Mitwirkung als Koordinator und Ansprechpartner trägt maßgeblich zur Umsetzung der genau definierten Projektziele bei.
Jeder EU-Mitgliedstaat bestimmt eine nationale Kontaktstelle für Twinning (National Contact Point - NCP), über die die gesamte Kommunikation zwischen Europäischer Kommission und Mitgliedstaat läuft, und die auch als zentrale Anlaufstelle für andere NCPs, sowohl der begünstigten Länder als auch der EU-Mitgliedstaaten fungiert. Als Koordinierungstelle für österreichische Twinning-Aktivitäten ist sie auch die Verbindungsstelle zu den Institutionen der österreichischen Verwaltung. In Österreich ist der NCP aufgrund der außenpolitischen Bedeutung, die Österreich den EU-Aussenhilfeprogrammen generell und Twinning speziell beimisst, im BMeiA angesiedelt.
