EU-Twinning
EU-Twinning 1997-2009
Verwaltungspartnerschaften (Twinning) sind eine Initiative der Europäischen Kommission, die vor elf Jahren im Rahmen der Vorbereitungen auf die Erweiterung der Europäischen Union geschaffen wurde. Twinning wurde als Instrument für gezielte Verwaltungszusammenarbeit zur Unterstützung der Bewerberländer bei der Stärkung ihrer administrativen und justiziellen Kapazitäten zur Umsetzung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften ("acquis communautaire") als künftige EU Mitgliedstaaten konzipiert.
Durch die Ausweitung über den oben erwähnten Kreis von begünstigten Ländern hinaus findet Twinning seit einigen Jahren auch im CARDS- (Westbalkanstaaten), MEDA- (Algerien, Marokko, Tunesien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, die palästinensischen Gebiete und Israel) und TACIS-Raum (Russland, Ukraine, Moldau, Belarus, Armenien, Aserbaidschan und Georgien) statt. Ab 2007 wurden die Außenhilfsinstrumente PHARE, ISPA, SAPARD, Turkey pre-accession Instrument und CARDS durch IPA (Instrument for Pre-Accession Assistance) abgelöst; das ebenfalls neu geschaffene ENPI (European Neighbourhood and Partnership Instrument) hat TACIS und MEDA ersetzt.
Twinning-Projekte leisten einen wichtigen Beitrag beim Auf- und Ausbau institutioneller Strukturen. Österreich hat sich von Beginn an stark bei Twinning engagiert und bisher in 28 Ländern 272 Projekte abgewickelt, wobei vor allem die Bereiche Justiz und Inneres, Umweltschutz und Landwirtschaft betreut wurden.
Im Rahmen von Twinning wird ein/e Experte/in eines EU-Mitgliedstaates in den jeweiligen Partnerstaat entsandt. Dort arbeitet diese Person als so genannter Resident Twinning Advisor (RTA) bis zu zwei Jahre in der entsprechenden Behörde des Empfängerlandes, um bei der Umsetzung eines vereinbarten Projektes mit genau definierten Zielen mitzuwirken.
Jeder EU-Mitgliedstaat bestimmt eine nationale Kontaktstelle für Twinning (National Contact Point - NCP), über die die gesamte Kommunikation zwischen Europäischer Kommission und Mitgliedstaat läuft, und die auch als zentrale Anlaufstelle für andere NCPs, sowohl der begünstigten Länder als auch der EU-Mitgliedstaaten fungiert. In Österreich ist der NCP aufgrund der außenpolitischen Bedeutung, die Österreich den EU-Aussenhilfeprogrammen generell und Twinning speziell beimisst, im BMeiA angesiedelt.
